Wien (OTS) – Ingrid Korosec, Präsidentin des österreichischen
Seniorenbundes,
kritisiert scharf die Alarmismus-Kommunikation der Denkfabrik Agenda
Austria im Zusammenhang mit den staatlichen Zuschüssen zu Pensionen.
Laut dem Think Tank fließt die gesamte Lohnsteuer, die bis zum
14.November gezahlt wird, in die Pensionen – und geht dabei von einem
Betrag von 33 Mrd. Euro aus.
Korosec fordert einmal mehr Kostenwahrheit: „Wiederholt wird
ausgeblendet, dass die echten Pensionskosten um 24 Prozent bzw. 8
Mrd. Euro niedriger sind, als ständig behauptet wird. Es werden
nämlich ständig Kosten einberechnet, die keine Pensionskosten sind,
sondern Sozial- und Gesundheitsleistungen. Diese sind wichtig, aber
gehören nicht in den Pensionstopf!“
Demnach betragen laut Korosec die echten Pensionskosten 24,8 Mrd.
Euro statt der kolportierten 32,8 Mrd. Euro. Reche man weitere
Pensionskosten wie die Hinterbliebenenpensionen und
Versorgungsgenüsse mit ein, wären es weitere 8,2 Mrd. Euro weniger.
Korosec: „Durch solche ungenauen Berechnungen wird eine
destruktive und gesellschaftspolitisch gefährliche Diskussion
befeuert. Die Agenda Austria zeichnet ein verzerrtes Bild, das ältere
Menschen und insbesondere Pensionistinnen und Pensionisten unfair in
die Verantwortung zieht und Jung und Alt verunsichert.“
„Ich erwarte mir von einer Denkfabrik faktenbasierte und keine
symbolischen Berechnungen, die nur das Diskussionsklima vergiften und
uns nicht weiterbringen“, sagt Korosec.
Hier die Fakten:
Statt der kolportierten 32,8 Mrd. EUR (2024) betragen die echten
Pensionskosten 24,8 Mrd. EUR. Das sind rund 24,4% (8,0 Mrd. EUR)
weniger.
Im Detail:
1.
Gesetzliche Pensionen (2024):
Bundesmittel: 17,1 Milliarden
Rund 29 % der Pensionsleistungen haben nichts mit Pensionen zu
tun.
–
Ausgleichszulage (Armutsbekämpfung) 1,3 Milliarden
–
Kosten für Kindererziehung 0,4 Milliarden
–
Wochen, Kranken, Wiedereingliederung, Rehabgeld 0,7 Milliarden
–
Präsenz- und Zivildienst 0,1 Milliarden
–
Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation 1,6 Milliarden
–
Zuschuss Selbstständige (Beitragsunterstützung) 0,8 Milliarden
Gesetzliche Pensionen* 4,9 Milliarden
*Anm.: Hinterbliebenenpensionen (5,9 Milliarden) nicht
angerechnet
2. Beamte (2024):
Bei den Beamten zahlt der AG (Staat) in der Aktivphase des
Beamten keine Beiträge (wiewohl sie zu bewerten sind) und umgekehrt
erhält er Beiträge vom Dienstnehmer (sind Einnahmen) sowie
Pensionssicherungsbeiträge (auch Einnahmen).
Pensionsauswand 15,7 Milliarden
Rund 20 % der Pensionsleistungen haben nichts mit Pensionen zu
tun.
Ergibt für das Jahr 2024:
–
Dienstgeberbeiträge 1,3 Milliarden
–
Dienstnehmerbeiträge 1,2 Milliarden
–
Pensionssicherungsbeiträge 0,3 Milliarden
–
Pflegegeld 0,3 Milliarden
Beamte * 3,1 Milliarden
*Anm.: Versorgungsgenüsse (2,3 Milliarden) nicht angerechnet
*Hinterbliebenenpensionen (5,9 Milliarden) und Versorgungsgenüsse
(2,3 Milliarden) ergeben in Summe 8,2 Mrd EUR.