Wien. (OTS) – „Die steigenden Kosten fürs Tanken treffen vor allem
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die täglich auf ihr Auto
angewiesen sind. Arbeit darf nicht an der Zapfsäule bestraft werden“,
fordert ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian rasches Handeln, um den
Treibstoff-Preisanstieg wirksam zu stoppen. Viele Beschäftigte,
besonders im ländlichen Raum, im Schichtdienst oder in
systemrelevanten Berufen, haben keine Alternative zum Auto. Dazu
kommt, dass die Lebenshaltungskosten weiter steigen. „Wenn Menschen
immer mehr von ihrem Lohn und Gehalt für den Arbeitsweg ausgeben
müssen, läuft etwas falsch“, betont Katzian: „Niemand soll sich
Sorgen machen müssen, ob der Weg zur Arbeit noch leistbar ist.“
Zwt.: Löhne haben die Inflation nicht befeuert
„Prüfberichte und Arbeitskreise füllen nämlich keine Tanks“, so
der ÖGB-Präsident, der vor allem auch den erneuten Ruf nach
Lohnzurückhaltung verurteilt. „Viel zynischer und Sinn befreiter geht
es ja wohl nicht. Die Leute sollen weniger verdienen, um sich Benzin
und Diesel leisten zu können?“ Der Vorschlag zur Lohnzurückhaltung
mache überhaupt keinen Sinn. Die Benya-Formel als Grundlage jeder
Kollektivvertragsverhandlung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der
Industrie langfristig, „solidarische Lohnpolitik sorgt für
Ausgleich“, so Katzian. Es waren schließlich nicht die Löhne, die die
vergangene hohe Inflation befeuert haben, sondern der Umstand, dass
viele Unternehmen die Preise weit über die Kostenanstiege erhöht
haben. Das dürfe sich nicht wiederholen, so Katzian.
Am effektivsten könne man die Explosion der Spritpreise mit einer
Margenregelung und mit einem permanenten Preismonitoring in den Griff
bekommen. „Das Preisgesetz bietet die Grundlage für Preiseingriffe.
Mit einer Margenregelung oder einem Preisdeckel wie in Kroatien oder
Slowenien ließe sich verhindern, dass übermäßige Gewinne zulasten der
Konsumentinnen und Konsumenten entstehen“, fordert der ÖGB-Präsident
rasches Handeln: „Es darf sich nicht wiederholen, was mit der
Rekordinflation unter der Vorgänger-Regierung passiert ist: Man hat
sie einfach durchrauschen lassen. Die Menschen brauchen jetzt
Lösungen.“