Wien (OTS) – Heute hat das vor fünf Jahren vom Handelsverband
mitinitiierte
Fairness-Büro seinen Tätigkeitsbericht 2025 vorgelegt. 255
unmittelbare Beschwerden über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg
sind im Vorjahr eingegangen. Damit bewegt sich Österreich auf einem
ähnlichen Niveau wie schon 2024 mit insgesamt 239 Beschwerden.
Zwtl.: Beschwerde-Anteil liegt unter 2,6 Promille
„Faire und verantwortungsvolle Lieferketten sind im Kerninteresse
der Einzelhandelsunternehmen in Österreich. Jeder große
Lebensmittelhändler hat bis zu 25.000 Artikel im Sortiment, jährlich
werden zehntausende Lieferantengespräche mit mehreren tausend
Lieferanten geführt – natürlich immer mit dem Anspruch, die
rechtlichen Vorgaben zu 100% einzuhalten. Daher ist die Zahl der
Beschwerden in diesem Verhältnis zu sehen“, erklärt Rainer Will ,
Geschäftsführer des freien, überparteilichen Handelsverbands in einer
ersten Stellungnahme. „ Wenn von mehr als 100.000 Betrieben insgesamt
255 Beschwerden eingebracht werden, sind das nicht einmal 2,6
Promille. Harte Verhandlungen werden von allen Seiten geführt, um den
besten Preis und die beste heimische Qualität für die Konsument:innen
anbieten zu können.“
Die Arbeit des im Landwirtschaftsministerium angesiedelten
Fairness-Büros, das auf Anregung des Lebensmittelhandels und des
Handelsverbands eingerichtet wurde, wird von der Branche ausdrücklich
begrüßt.
Zwtl.: Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Handel funktioniert
hervorragend
Die im heutigen Bericht des Fairness-Büros präsentierte leichte
Zunahme der gemeldeten Fälle ist in erster Linie auf die gestiegene
Bekanntheit des erst im Jahr 2022 gegründeten Büros zurückzuführen.
Die Zusammenarbeit des Handels mit den Lieferanten aus Landwirtschaft
und Industrie ist durch einen klaren gesetzlichen Rahmen festgelegt
und von Fairness geprägt.
Überdies führt der Lebensmitteleinzelhandel nur zu rund 5%
direkte Verhandlungen mit einzelnen Landwirten . In der Regel wird
mit großen Molkereien, Agrargenossenschaften, landwirtschaftlichen
Verarbeitern und Bündelbetrieben verhandelt, die wiederum die Preise
mit den Landwirten vereinbaren.
„ Gemessen an der Gesamtzahl von zehntausenden
Lieferantengesprächen ist die Zahl der Beschwerden weiterhin
verschwindend klein. Das zeigt, dass die Geschäftsbeziehungen zu mehr
als 99 Prozent auch vonseiten der Lieferanten nicht bemängelt werden.
Gleichzeitig begrüßt der Lebensmittelhandel das Aufzeigen einzelner
Problembereiche durch das Fairness-Büro. Damit können wir die
Zusammenarbeit weiter verbessern und gemeinsam die
Versorgungssicherheit hin zur österreichischen Bevölkerung
garantieren. Denn Lieferbeziehungen sind dann am stabilsten, wenn
alle Partner unter guten Bedingungen arbeiten können“ , bestätigt
Handelssprecher Rainer Will .
Zwtl.: Lebensmittelhandel stellt mit 140.000 Beschäftigten
Nahversorgung im ganzen Land sicher
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) leistet mit seinen 140.000
Beschäftigten und 9.400 Verkaufsstellen einen maßgeblichen Beitrag
zur heimischen Wertschöpfung und engagiert sich aktiv für eine
nachhaltige Zukunft. Die relativ hohe Filialdichte wiederum liegt bei
den Menschen im Land hoch im Kurs, denn dadurch wird die
Nahversorgung in jeder Region sichergestellt.
„Wir sind stolz auf den hohen Anteil biologisch und regional
produzierter Lebensmittel im österreichischen Handel. Unsere
Strategie ist, auch weiterhin auf hochwertige Ware aus unseren
Regionen zu setzen, unsere Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen und
Importe billig produzierter Lebensmittel aus dem Ausland zu
vermeiden“, sagt Handelssprecher Rainer Will .
Zwtl.: BWB bestätigt: Wettbewerb im Lebensmittelhandel funktioniert
Der im November 2023 präsentierte Endbericht der
Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zur Branchenuntersuchung der gesamten
österreichischen Lebensmittelwertschöpfungskette hatte bereits klar
belegt, dass der Wettbewerb im heimischen Lebensmittelhandel
funktioniert.
Der starke heimische Wettbewerb , der häufig über den Preis und
über attraktive, günstige Eigenmarken geführt wird, gewährleistet den
Konsument:innen bestmögliche Preise und unterstützt insbesondere
einkommensschwache Haushalte. Der heimische Lebensmittelhandel nimmt
hierbei stagnierende Umsätze (-3,2% inflationsbereinigt in 2022, -1,0
% in 2023, +1,7% in 2024) bei einer sehr geringen tatsächlichen
Rentabilität von durchschnittlich 0,5% bis 2,5% des Umsatzes hin. Zum
Vergleich: Bei globalen Nahrungsmittelproduzenten und internationalen
Herstellern ist die Rentabilität im Schnitt zehnmal so hoch. Daher
muss auch die angekündigte Erhöhung der Transparenz entlang der
gesamten Wertschöpfungskette geschehen, vom Bauernhof über die FMCG-
Industrie bis zum Regal.
Der Handelsverband war bereits 2018 erster Impulsgeber für die
Schaffung eines Fairness-Büros und schon seit der ersten Stunde ein
Unterstützer des Weges , neben den gesetzlichen Möglichkeiten und dem
Whistleblowing-System der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) auch eine
Stelle einzurichten, die das Instrument der Mediation anbietet, um
Einzelfälle zu schlichten. Im ersten Schritt wird dadurch eine
unkomplizierte, anonyme Beratung auf Augenhöhe ermöglicht und in der
Konsequenz entsteht ein Marktbericht, der gezielt Verbesserungen
aufzeigt, anstatt alle Beteiligten der
Lebensmittelwertschöpfungskette unter Kritik zu stellen.
„Fairness im Markt ist ein entscheidender Parameter, um
nachhaltige Märkte sicherzustellen. Wir leben Tag für Tag faire
Partnerschaften mit unseren Lieferanten . Der heimische
Lebensmittelhandel und der Handelsverband stehen auch
Landwirtschaftsminister Totschnig gerne für weitere Gespräche zur
Verfügung “, so Will abschließend.