Volkshilfe: ZARA retten statt Schutzstrukturen zerstören

Wien (OTS) – Die Volkshilfe Österreich kritisiert den Förderstopp für
die
Beratungs- und Opferschutzstelle ZARA scharf. Gerade in einer Zeit,
in der Hass im Netz, digitale Gewalt und rassistische Übergriffe
zunehmen, ist die Schwächung zentraler Schutzstrukturen ein fatales
Signal.

„Dass öffentliche Budgets konsolidiert werden müssen, ist
unbestritten. Wer aber ausgerechnet dort spart, wo Menschen Schutz,
Beratung und rechtliche Unterstützung brauchen, untergräbt unsere
Demokratie und lässt Betroffene im Stich“, sagt Erich Fenninger.

Zivilgesellschaft schließt Lücken

Zivilgesellschaftliche Organisationen übernehmen tagtäglich
Aufgaben, die für viele Menschen unverzichtbar sind. Sie beraten
Betroffene, dokumentieren Missstände, schaffen Bewusstsein und
entwickeln auf Basis jahrelanger Erfahrung konkrete Lösungen.

„Stellen wie ZARA sorgen dafür, dass Hass, Rassismus und Gewalt
zurückgedrängt werden. Sie bringen Wissen ein, benennen Probleme klar
und treiben Verbesserungen voran. Solche Einrichtungen sind
unverzichtbar für eine lebendige Demokratie in Österreich“, so
Fenninger.

Nachhaltige Absicherung gefordert

„Kompetenz im Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und digitale
Gewalt entsteht nicht über Nacht. Sie wächst über Jahre – aus
täglicher Arbeit mit Betroffenen, aus rechtlicher Praxis und
gesellschaftspolitischem Engagement. Wer das zerschlägt, beschädigt
den Schutz vieler Menschen in Österreich.“, betont Erich Fenninger.

Die Volkshilfe fordert die Bundesregierung auf, die Entscheidung
rasch zu korrigieren und zentrale Schutzstrukturen nachhaltig
abzusichern.

„Wir sehen in diesem Fall auch ein strukturelles Problem in der
Finanzierung von Antidiskriminierungsarbeit – sie ist in Österreich
chronisch unterfinanziert. Gerade in schwierigen Zeiten braucht es
einen starken Sozialstaat und eine starke Zivilgesellschaft. Wer
beides schwächt, gefährdet den Zusammenhalt in unserem Land“, so
Fenninger abschließend.

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