Schilling/Grüne: „Jedes weitere Jahr Gift im Lippenstift ist ein Jahr zu viel.“

Strassburg (OTS) – Das Europäische Parlament hat heute seine Position
für die
Verhandlungen über das Chemikalien-Omnibus-Gesetzespaket beschlossen.
Zentrale Schutzstandards bleiben erhalten, insbesondere das Verbot
krebserregender, mutagener und fortpflanzungsschädigender Stoffe in
Kosmetika.

Insgesamt bleibt das Ergebnis aber hinter dem Notwendigen zurück.
Unternehmen dürfen künftig noch ein Jahr lang Produkte mit bereits
als gefährlich eingestuften Stoffen auf den Markt bringen. Auch die
Chance, besonders problematische Stoffe wie PFAS und hormonell
wirksame Chemikalien konsequent zu verbieten, wurde verpasst.

Lena Schilling, EU-Abgeordnete der Grünen, kommentiert:
„Gesundheit ist keine Verhandlungsmasse. Wir konnten das Verbot
besonders gefährlicher Stoffe in Kosmetika verteidigen. Das ist ein
wichtiger Erfolg. Aber insgesamt bleibt das Ergebnis zu schwach.
Dieser Chemie-Omnibus ist einer der gefährlichsten Vorschläge, die
die EU-Kommission in letzter Zeit vorgelegt hat, denn die Kommission
wollte zulassen, dass krebserregende Stoffe 42 Monate länger in
Kosmetika am Markt bleiben. In den Verhandlungen konnte diese Frist
auf 15 Monate reduziert werden. Dennoch ist das eine klare
Verschlechterung für die Gesundheit der Menschen in Europa.
Verbraucherinnen und Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass
Produkte wie Parfum oder Lippenstift keine gesundheitsschädlichen
Stoffe enthalten. Dieses Vertrauen wird durch solche Vorschläge
untergraben. Ich will keine krebserregenden Stoffe in Kosmetika,
weder für mich noch für andere. Dieses Gesetzespaket zeigt mal wieder
den besorgniserregenden Trend: Der Schutz von Menschen wird in Europa
zunehmend hinter wirtschaftliche Interessen gestellt.“

„Die EU darf die Interessen der Chemieindustrie nicht länger über
den Schutz der Gesundheit stellen. Wir brauchen klare Regeln und ein
konsequentes Verbot gefährlicher Stoffe in Kosmetika, von PFAS bis zu
hormonell wirksamen Chemikalien“, fordert Schilling abschließend.

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