Bad Goisern: Graffiti-Künstler Raffael Strasser malt flüchtenden Singvogel auf Häuserwand

Wien (OTS) – Endlich kehrt wieder Ruhe ein, in die Berge des
oberösterr.
Salzkammerguts. Die unselige und völlig unnötige Jagd auf Singvögel
nimmt ihr Ende. Wieviele tausend Vögel jetzt in Käfigen oder winzigen
Volieren statt in Freiheit ihr Leben fristen müssen, wissen
vermutlich nicht einmal die Vogelfangvereine. Besonders tragisch ist
das Schicksal der Gimpel. Diese Singvögel bilden lebenslange monogame
Paarbindungen, sogenannte Brutehen. Wenn nun einer der beiden
Partner:innen gefangen wurde, reißt das eine lebenslange Liebe
auseinander und der zurückgebliebene Teil dieser Partnerschaft bleibt
in seinem Leid allein. Eine der vielen Brutalitäten bei dieser total
anachronistischen „Tradition“.

Deshalb hat der Graffiti-Künstler Raffael Strasser , der schon
durch zahlreiche Malereien im öffentlichen Raum zum Thema Tierschutz,
die auch momentan im Wien-Museum in der Fleischausstellung zu sehen
sind, bekannt geworden ist, nun eine Häuserwand in Bad Goisern, im
Zentrum des Vogelfanggebiets, bemalt. Zu sehen ist ein Gimpel, der
durch aufgebrochene Käfiggitterstäbe in die Freiheit entkommt. Die
Kunstaktion ist in einem Video festgehalten worden.

Das Video: Ein Wandbild gegen den Singvogelfang

Die Vogelfangsaison für den ÖBF-Grundbesitz bei Ebensee endete am
Sonntag vor Kathrein, also gestern. Im ÖBF-Gebiet um Hallstatt darf
noch bis morgen gefangen werden. Und die von den BHs ausgestellten
Fanggenehmigungen laufen mit dem 30. November aus.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „Mit dem Ende der
Fangsaison kann die Natur wieder aufatmen. Dass trotz des starken
Rückgangs der Vogelpopulationen völlig sinnloser und unnötiger Weise
diese Tiere weiterhin gefangen werden dürfen, ist völlig
unbegreiflich. Abgesehen von diesem Artenschutzaspekt, ist uns im
Tierschutz natürlich das Schicksal jedes Einzeltiers wichtig. Wie
fühlt sich ein Gimpel, dessen Partner gefangen wurde? Wie fühlt sich
der gefangene Gimpel, der nie wieder zu seiner Partnerin kann? Da
wird über die Gefühle dieser Tiere drüber gefahren, als wären sie
Sachen ohne Emotionen. Besonders hart ist das Schicksal der
mindestens 3000 Lockvögel, die lebenslang gefangen bleiben und in den
2 ½ Monaten der Fangsaison ständig in winzigen Käfigen im Rucksack
hin- und her getragen und an Bäumen aufgehängt werden! Wann wird die
Menschheit endlich vernünftig und erkennt, was sie den Tieren antut?

Eine Petition des VGT wurde bereits von über 3.000 Personen
unterzeichnet.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

Mehr Infos zum Singvogelfang in Oberösterreich

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