CEE-Studie: TOP 500-Unternehmen sind agil und passen Strategien an

Wien (OTS) – Die 17. Ausgabe des Coface CEE Top 500 Rankings bietet
einen
umfassenden Einblick, wie die größten Unternehmen Zentral- und
Osteuropas sich in einem Umfeld voller Komplexität und Wandel
behaupten. Sie zeigt, dass die führenden Unternehmen der CEE-Region
agil auf die Herausforderungen reagiert und ihre Strategien angepasst
haben, um trotz anhaltendem Gegenwind die Dynamik aufrechtzuerhalten.
„Nach den Schocks der Jahre 2022–2023 brachte das Jahr 2024 eine
fragile Erholung: Die Inflation sank stark – im Durchschnitt von 10
Prozent auf 3 Prozent innerhalb eines Jahres –, aber das Wachstum
blieb mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von +2 Prozent
verhalten und ungleichmäßig“ , sagt Dagmar Koch, Country Managerin
Coface Österreich. Die jährliche Studie „Coface CEE Top 500” bietet
einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen in Zentral- und
Osteuropa. Sie analysiert die 500 umsatzstärksten Unternehmen der
Region.

Im Jahr 2024 war die Erholung der Region Zentral- und Osteuropa (
CEE) von einem starken Rückgang der Inflation und einer allmählichen
Lockerung der Geldpolitik geprägt. Das brachte nach Jahren hoher
Zinsen eine spürbare Entlastung. Während sich das durchschnittliche
BIP-Wachstum in den CEE-Ländern bei etwa +2 Prozent stabilisierte,
sank der Gesamtumsatz der größten Unternehmen der Region um -3,7
Prozent, vor allem aufgrund von Rückgängen im petrochemischen Sektor.
„Der durchschnittliche Umsatz der Top-500-Unternehmen ist um +3,1
Prozent gestiegen. Das deutet auf stabilere Bedingungen in der
Gesamtwirtschaft hin“ , sagt Koch. Trotz dieser positiven Tendenz
geriet die Profitabilität unter Druck. Die Nettogewinnmargen sanken
von 4 Prozent auf 3,2 Prozent. Steigende Arbeitskosten und höhere
Finanzierungskosten belastetet die Unternehmensgewinne. Der starke
Konsum der privaten Haushalte und die Welle der EU-Fördermittel
sorgten für einen Aufschwung, doch externe Herausforderungen –
insbesondere die anhaltende Stagnation in Deutschland und die sich
verschärfenden globalen Handelsspannungen – trüben weiterhin die
Aussichten.

Polen bleibt in Lead-Position, Tschechien holt auf

Polen bleibt mit 178 Unternehmen in den Top 500 und über 1,2
Millionen Beschäftigten die treibende Kraft in Zentral- und
Osteuropa. Allerdings ging Polens Anteil am Ranking leicht zurück und
das Umsatzwachstum stagnierte, was die Herausforderungen eines
starken Zloty und des Arbeitskräftemangels widerspiegelt. Die
Tschechische Republik konnte ihren Anteil ausbauen und profitierte
dabei von einer Erholung der Binnennachfrage und einer frühzeitigen
Lockerung der Geldpolitik. Rumänien hingegen bleibt trotz seiner
Stellung als zweitgrößte Volkswirtschaft aufgrund anhaltender
struktureller Herausforderungen in den Top 500 weiterhin
unterrepräsentiert.

Kontinuität und Veränderungen im Ranking

Orlen behielt erneut seine Position als größtes Unternehmen in
Zentral- und Osteuropa und demonstrierte trotz eines Umsatzrückgangs
seine robuste Marktdominanz. Škoda Auto A.S. behielt seinen zweiten
Platz und erzielte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn ein
Wachstum, obwohl der europäische Automobilsektor mit erheblichem
Gegenwind zu kämpfen hatte. Jeronimo Martins Polska S.A., Betreiber
der größten polnischen Einzelhandelskette, überholte die ungarische
MOL Nyrt und belegte den dritten Platz. Diese Verschiebung spiegelt
sowohl die Normalisierung nach boomenden Jahren für die
petrochemische Industrie als auch die Dynamik des
Einzelhandelssektors wider. Die bedeutendsten Aufstiege unter den
führenden Unternehmen – die polnische Lidl Sp. z o.o. Sp.K. (von
Platz 14 auf Platz 9) und Vilniaus Prekyba UAB, Betreiber von
Einzelhandelsketten wie Maxima in den baltischen Staaten (von Platz
17 auf Platz 13) – verdeutlichen strategische Expansionen im Zuge der
Integration von E-Commerce und der Optimierung der Lieferketten.

Stagnation trotz struktureller Dominanz im Industriesektor

Das Ranking „CEE Top 500“ für 2024 zeichnet ein differenziertes
Bild der Branchenentwicklung in der Region. Der Industriesektor –
getragen von den Bereichen Mineralien, Chemie, Erdöl, Kunststoffen &
Pharma sowie Automobil- und Transportindustrie – bleibt zwar
weiterhin dominant, stagniert jedoch unter dem Druck externer
Einflüsse und struktureller Abhängigkeiten. Im Gegensatz dazu
entwickelte sich der nicht spezialisierte Handelssektor zu einem
Wachstumsmotor, angetrieben durch die Erholung des privaten Konsums
und einen lohnbedingten Anstieg der Kaufkraft. Der Umsatz stieg um
6,2 Prozent und die Gewinne stiegen um 25 Prozent, auch wenn die
Nettogewinnmargen gering blieben. Der IKT- und Elektrogerätebereich
zeigte eine geteilte Entwicklung: Digitale Dienstleistungen
florierten, während das Fertigungssegment hinterherhinkte.

Versorgungsunternehmen und öffentliche Dienstleistungen
verzeichneten einen Rückgang, da sich die Energiemärkte nach der
Krise stabilisierten. Der Agrar- und Lebensmittelsektor blieb stabil
und profitierte von einer robusten Nachfrage und der Unterstützung
durch die EU. Unterdessen sahen sich Metallproduzenten mit Gegenwind
durch fallende Weltmarktpreise und verschärfte EU-Klimavorschriften
konfrontiert. Diese divergierenden Trends unterstreichen den Übergang
der Region von einer industriellen Abhängigkeit hin zu einem konsum-
und innovationsgetriebenen Wachstum und verdeutlichen die
Notwendigkeit einer strategischen Diversifizierung und politischer
Unterstützung.

Das Beschäftigungswachstum in den CEE Top 500 verlangsamte sich
auf etwa 0,8 Prozent und spiegelte damit den allgemeinen Trend in der
EU wider. Die Arbeitslosenquoten blieben auf einem historisch
niedrigen Niveau, wobei der angespannte Arbeitsmarkt die
Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer stärkte. Die Reallöhne stiegen
deutlich, insbesondere in Osteuropa, was dazu beitrug, die durch die
frühere Inflation verlorene Kaufkraft wiederherzustellen. Der nicht
spezialisierte Handelssektor war führend bei der Beschäftigung,
während Industriezweige wie die Chemie- und Automobilindustrie
weiterhin für eine hohe Arbeitskräfteintensität sorgten.

Optimismus und Unsicherheit

Der Ausblick für die CEE-Region ist verhalten optimistisch und
gleichzeitig von Unsicherheit getrübt. Mateusz Dadej, Ph.D., Regional
Economist Central & Eastern Europe bei Coface unterstreicht: „Das BIP
-Wachstum dürfte sich dank des Binnenkonsums und EU-finanzierter
Investitionen in moderatem Tempo fortsetzen, während die
geldpolitische Lockerung zusätzliche Unterstützung bietet. Die
anhaltende Schwäche Deutschlands, dem wichtigsten Handelspartner der
Region, und die Möglichkeit weiterer Störungen des globalen Handels
könnten jedoch die Erholung verzögern oder zum Erliegen bringen.“

„Das Coface CEE Top 500-Ranking 2025 unterstreicht die
Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft der größten Unternehmen
Zentral- und Osteuropas. Trotz anhaltender Herausforderungen setzen
die führenden Unternehmen der Region auf neue Wachstumstreiber und
gestalten aktiv die wirtschaftliche Zukunft. Während die Region zu
einem stärker konsumorientierten und innovationsgetriebenen Wachstum
übergeht, werden strategische Investitionen in Digitalisierung, grüne
Technologien und Personalentwicklung entscheidend sein, um die
Dynamik aufrechtzuerhalten und sich in einem unsicheren globalen
Umfeld zu behaupten“ , fasst Jaroslaw Jaworski, CEO Coface Central &
Eastern Europe Region, zusammen.

Die Coface CEE Top 500-Studie bietet einen tiefen Einblick in die
Daten, Trends und Geschichten zur wirtschaftlichen Entwicklung der
Region. Zur Studie: Coface Studie CEE Top 500

COFACE: FOR TRADE

Datenschutzinfo