Die Fluchtstube – Geheimnisse eines verborgenen Raumes Intervention im Project Space des Jüdischen Museums Wien

Wien (OTS) – Das Jüdische Museum Wien, ein Museum der Wien Holding,
präsentiert in
wissenschaftlicher Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW) eine dokumentarisch angelegte
Intervention: Die Fluchtstube – Geheimnisse eines verborgenen Raumes
. Die filmische und räumliche Dokumentation widmet sich einem nach
1945 errichteten Versteck des Holocaust-Überlebenden Emmerich
Grünwald, das erst durch seinen Abriss Anfang 2026 vollständig
sichtbar wurde. Die Installation verbindet filmische Aufnahmen,
Interviews und historische Recherchen zu einem eindringlichen Bild
jener Generation, die die Traumata von Verfolgung, Deportation und
Konzentrationslager nicht vergessen konnte.

Ein verborgenes Zimmer als Zeugnis eines Überlebens

Der Radio-Ingenieur Emmerich Grünwald (1896–1958) wurde 1942 ins
Ghetto Theresienstadt deportiert, das er trotz einer körperlichen
Beeinträchtigung überlebte. Nach seiner Rückkehr nach Wien 1945
erhielt er sein zuvor „arisiertes“ Radiogeschäft restituiert.
Zwischen diesem Geschäft und seiner Wohnung in der Schlickgasse 4
richtete er einen versteckten Raum in einem Zwischengeschoß ein – die
von ihm so bezeichnete „Fluchtstube“ .

Über eine verborgene Treppe unter einem Kleiderschrank
erreichbar, ausgestattet mit einer kleinen Küche und einer modernen
Musikanlage, diente der Raum als Rückzugsort. Für längere Aufenthalte
ungeeignet, vermittelt die „Fluchtstube“ dennoch ein beklemmendes
Bild der psychischen Nachwirkungen der NS-Verfolgung.

Als der Raum aus bautechnischen Gründen Anfang 2026 abgetragen
werden musste, entschlossen sich das Jüdische Museum Wien und das
DÖW, dieses einzigartige Zeugnis zu dokumentieren. Die Musikanlage –
das Herzstück der Stube – wurde als einziger Teil der Einrichtung
bewahrt und ist nun Teil der Präsentation.

Stimmen der Institutionen

Marcus Patka (JMW) „Die ‚Fluchtstube‘ des Emmerich Grünwald
erlebt im Jüdischen Museum ihre symbolische Wiedergeburt. In unserer
filmischen Dokumentation erzählen wir ihre Geschichte: Bei Ihrem
Besuch erleben Sie die Enge des Raums und der steilen, versteckten
Treppe dorthin sowie die schwere Traumatisierung ihres Bewohners.“

Wolfgang Schellenbacher (DÖW) „Die ‚Fluchtstube‘ mit ihrer
volkstümlichen Holztäfelung und der Musikanlage erzählt vom Alltag
traumatisierter Holocaustüberlebender wie Emmerich Grünwald: Sie
kehrten zwar in ihre Heimat zurück, suchten aber auch Rückzug von der
Nachkriegsgesellschaft der österreichischen Täter und Bystander,
einem wir, in dem sie nicht mehr lebten. Ich freue mich sehr über die
Kooperation mit dem Jüdischen Museum. Die gemeinsame Arbeit zur
‚Fluchtstube‘ hat wieder gezeigt, dass manchmal auch trotz intensiver
Forschung Geheimnisse verborgener Räume offenbleiben können.“

Details zur Intervention

– Titel: Die Fluchtstube – Geheimnisse eines verborgenen Raumes

– Dauer: 25. Februar 2026 – 8. Juni 2026

– Ort: Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, Project Space

– Kuratoren: Marcus G. Patka (JMW), Wolfgang Schellenbacher (DÖW)

– Videoschnitt: visualhistory.tv

– Gestaltung: solo ohne – Studio für Gestaltung

Pressefotos:

Fotos zur Aussendung sind im Pressebereich der Wien Holding unter
www.wienholding.at/Presse/Presseaussendungen abrufbar. Honorarfreier
Abdruck im Zuge der Berichterstattung unter Nennung des Copyrights.

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