Wien (OTS) – „Wenn Verkehrsstadträtin Ulli Sima öffentlich so tut,
als hätte sie
keine Ahnung, wie viele Parkplätze durch den Ring-Radweg
verlorengehen, dann ist das ein schlechter Schmäh. Die betroffenen
Stellplätze in den Abschnitten der Nebenfahrbahn, wo dieser Radweg
hinkommen soll, lassen sich nämlich ganz einfach zählen – und genau
das habe ich gestern auch gemacht. Das Ergebnis sind 395 Parkplätze.
Die Frau Sima soll also bitte aufhören, die Wiener für deppert zu
verkaufen“, erklärt der Verkehrssprecher der FPÖ Wien, LAbg. Toni
Mahdalik.
Besonders absurd sei diese angebliche Ahnungslosigkeit laut
Mahdalik deshalb, weil in Wien seit Jahren ganz offensichtlich sehr
genau Buch über den Parkraum geführt werde. „Bei der Parkpickerl-
Schikane hat die Stadt für jedes Grätzl, für jede Auslastung und für
jede Veränderung Zahlen parat. Da wird erhoben, verglichen und
evaluiert, bis ins Detail. Aber ausgerechnet dort, wo am Ring
hunderte Stellplätze vernichtet werden, soll auf einmal keiner
wissen, wie viele es sind? Den Schmäh soll die Frau Sima bitte wem
anderen erzählen. Das glaubt ja kein Mensch.“
Für Mahdalik ist klar, dass es sich dabei nicht um Unwissen,
sondern um eine bewusste Schutzbehauptung handelt. „Wer seit Jahren
Parkplatzdaten erhebt und verwaltet, kann nicht ernsthaft behaupten,
beim Ring keine Ahnung zu haben. Entweder hält Sima die tatsächliche
Zahl bewußt unter Verschluss oder sie will die Wiener am Schmäh
halten. Beides ist für eine Stadträtin untragbar.“
Besonders empörend sei, dass diese Politik nicht nur von NEOS und
Grünen getragen werde. „Dass NEOS und Grüne bei der Autofahrerhatz
Tür an Tür marschieren, ist eh schon sattsam bekannt. Dass aber auch
die ÖVP bei diesem Schmäh den Beifallsklatscher gibt und den
Räuberleiter für die nächste Autofahrer-Schikane spielt, ist an
Verlogenheit kaum zu überbieten. Wer dauernd Hausverstand plakatiert
und dann bei 395 vernichteten Parkplätzen geschniegelt mitnickt,
braucht sich in Wien als Autofahrerpartei nimmer aufzuspielen“, so
Mahdalik.
Der Umweltsprecher der FPÖ Wien, LAbg. Michael Stumpf, kritisiert
vor allem die ökologische Scheinheiligkeit des Projekts: „Am Wiener
Ring werden gewachsene Verkehrsstrukturen mutwillig zerschlagen, alte
Bäume müssen weichen und am Ende verkauft man das Ganze auch noch als
Umwelt- und Klimaschutz. Wenn für neue Radwege Bäume gefällt werden
und bestehende Infrastruktur zerstört wird, dann ist das kein
Fortschritt, sondern ideologischer Irrsinn.“
Für Stumpf zeigt der Fall exemplarisch, wie in Wien Politik
gemacht werde: „Zuerst wird ein Prestigeprojekt gegen den
motorisierten Individualverkehr durchgedrückt, dann werden die Folgen
kleingeredet, und schließlich tut man so, als gäbe es über die
tatsächlichen Schäden gar keine gesicherten Zahlen. Das ist weder
transparent noch verantwortungsvoll.“
Mahdalik warnt zudem vor den konkreten Folgen für die Innere
Stadt und angrenzende Bezirke: „395 Stellplätze verschwinden nicht
irgendwo im luftleeren Raum, sondern dort, wo ohnehin schon jeder
Parkplatz mit der Lupe gesucht wird. Die Zeche zahlen wieder einmal
die Anrainer, die Geschäftsleute, der Lieferverkehr und alle, die
nicht im Elfenbeinturm der Verkehrsideologen wohnen. Das ist keine
Verkehrspolitik mit Hausverstand, das ist ein ideologisches
Brechstangen-Projekt auf dem Rücken der Wiener.“
„Wir fordern daher, dass Sima endlich alle Karten auf den Tisch
legt und offenlegt, wie viele Stellplätze durch den Ring-Umbau
tatsächlich vernichtet werden. Die Wiener haben ein Recht auf
Wahrheit statt auf Ausreden“, betont Mahdalik.
Abschließend fordert Stumpf einen sofortigen Stopp weiterer
ideologischer Bauprojekte: „Wien braucht keine Baumfällungen unter
grünem Tarnanstrich, keine Parkplatzvernichtung und keine Politik
gegen die eigene Bevölkerung, sondern vernünftige Lösungen mit
Hausverstand.“ (schluss)