Götze/Neßler: „Wer über Rücknahme des Nacht-60ers diskutiert, lässt Anrainer:innen im Stich“

Wien (OTS) – Die Missachtung des Lkw-Nacht-Tempolimits hat ein
alarmierendes
Ausmaß erreicht. Die letzte repräsentative Erhebung des KfV mit
Unterstützung der ASFINAG im Auftrag der Arbeiterkammer zeigt, dass
die geltenden Tempolimits massiv überschritten werden: Bereits
tagsüber werden die Lkw-Limits in bis zu 93 Prozent der Fälle nicht
eingehalten, in der Nacht liegen die gefahrenen Geschwindigkeiten
trotz Tempolimit 60 sogar noch darüber – im Schnitt bei fast 90 km/h.
Gerade in der Nacht kommt es zu massiven Regelverstößen und großen
Kontrolldefiziten, auf Kosten der Bürger:innen, die enorm vom Lärm
betroffen sind.

„Es ist völlig verantwortungslos, über eine Aufweichung des Nacht
-60ers zu diskutieren, während sich in der Praxis fast niemand an das
bestehende Tempolimit hält. Wer den Schutz für Anrainer:innen
schwächen will, verschärft ein ohnehin massives Lärm- und
Gesundheitsproblem weiter“, sagt die Verkehrssprecherin der Grünen,
Elisabeth Götze.

„Zehntausende Menschen leiden Nacht für Nacht massiv unter dem
Lärm entlang der Transitstrecken. Klar ist: Je schneller die
Lastkraftwagen fahren, umso mehr Lärm gibt es. Dass ÖVP und SPÖ einer
Debatte über die Abschaffung oder Aufweichung des Lkw-Nacht-60ers
nicht entschieden entgegentreten, ist ein völlig falsches Signal.
Statt den Schutz der Anrainer:innen infrage zu stellen, braucht es
endlich konsequente Kontrollen und die wirksame Durchsetzung der
geltenden Regeln“, fordert die Tiroler Abgeordnete Barbara Neßler.

Für die Grünen ist der Nacht-60er ein unverzichtbarer Beitrag zum
Schutz der Nachtruhe und der Gesundheit der Menschen entlang der
hochrangigen Straßen. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde von
den Regierungsparteien vertagt. Aus Sicht der Grünen ist das ein
völlig falsches Signal.

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