Grüne Niederösterreich starten Petition „Rettet unsere Gesundheit“ – Aktuelle Stunde im NÖ Landtag am Donnerstag

St. Pölten (OTS) – Ein Jahr nach der Präsentation des umstrittenen
Gesundheitspakts
ziehen die Grünen Niederösterreich eine kritische Bilanz. Mit der
heute gestarteten Petition „Rettet unsere Gesundheit“ ( www.rettet-
unsere-gesundheit.at ) sowie einer für Donnerstag einberufenen
Aktuellen Stunde im Landtag erhöhen Klubobfrau Helga Krismer und
Gesundheitssprecherin Silvia Moser den Druck auf die schwarz-blaue
Landesregierung.

Gesundheitsplan ohne G’spür: „An die Wand gefahren“

„Ein Jahr nach dem Beschluss durch ÖVP, FPÖ, SPÖ und NEOS
herrscht in weiten Teilen Niederösterreichs massive Verunsicherung
statt der versprochenen Sicherheit“, kritisiert Grünen-Klubobfrau
Helga Krismer . Sie zieht einen plastischen Vergleich: „Man kann
nicht ein Haus ausräumen, bevor die neuen Möbel geliefert wurden.
Genau das passiert aber hier: Abteilungen werden abgebaut, bevor
funktionierende Alternativen stehen. Das ist mit Ansage an die Wand
gefahren worden.“ Besonders scharf kritisiert Helga Krismer die
Kommunikation der Landesregierung: „Anstatt Verantwortung für den
verursachten Flächenbrand im Gesundheitswesen zu übernehmen,
definiert die ÖVP lieber Außenfeinde in Wien. Das ist nicht das, was
die Menschen in Niederösterreich verlangen. Sie wollen wissen, ob sie
im Ernstfall gut versorgt sind.“

Konkrete Problemfelder: Gmünd und Notarzt-Aus

Gesundheitssprecherin Silvia Moser untermauert die Kritik mit dem
Blick auf die Regionen. „Ob in Gmünd, wo Abteilungen abgebaut werden
und das versprochene Gesundheitszentrum nur auf dem Papier existiert,
oder bei den Notarztstützpunkten: Die Menschen fürchten zu Recht um
ihre Akutversorgung“, so Silvia Moser. Besonders warnt Silvia Moser
vor der geplanten Schließung von 11 der 32 Notarztstandorte (etwa in
Retz und Waidhofen/Ybbs): „Die geplanten Notfallsanitäter als Ersatz
sind schlichtweg nicht vorhanden. Zudem hinkt die Ausbildung in
Österreich mit 1.000 Stunden massiv hinter internationalen Standards
wie in Deutschland (4.000 Stunden) hinterher.“

Aktuelle Beispiele für die Versorgungskrise

Die prekäre Lage verdeutlicht Einzelschicksale aus dem ganzen
Land:

1. Ein dreijähriges Kind aus Amstetten wartet 1,5 Jahre auf einen HNO
-OP-Termin.

2. Sechs Wochen Wartezeit auf eine Knie-Untersuchung für einen
Patienten aus Wiener Neustadt .

3. Ein Dreivierteljahr Wartezeit für eine 82-jährige Frau aus Melk
auf einen Augen-Kontrolltermin.

Die Forderungen der Grünen: Petition jetzt online

Im Rahmen der Initiative „Rettet unsere Gesundheit“ fordern die
Grünen eine umfassende Neubewertung des Gesundheitsplans sowie:

1. Schnellere Termine bei Ärzten und Untersuchungen.

2. Mehr Personal (Haus- und Fachärzte) in allen Regionen.

3. Sicherstellung der Akutversorgung in jedem Bezirk.

4. Aufwertung der Sanitäter-Ausbildung .

5. Transparenz und Einbindung der betroffenen Bevölkerung.

6. Verbindliche Zeitpläne für alle Maßnahmen.

„Wir Grüne stellen uns nie gegen notwendige Veränderungen, aber
sie müssen behutsam, transparent und mit den Menschen gemeinsam
geschehen“, so Helga Krismer und Silvia Moser abschließend. Die
Aktuelle Stunde am Donnerstag unter dem Titel „Gesundheitsplan auf
dem Prüfstand“ wird die Landesregierung mit diesen Versäumnissen
konfrontieren.

Die Petition kann ab sofort unter www.rettet-unsere-gesundheit.at
unterstützt werden.

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