HUMANA Österreich: Altkleidercontainer im öffentlichen Raum erhalten statt pauschal verbieten

Wien (OTS) – Wien, 11. Mai 2026 – Die Stadt Wien plant, die Nutzung
von
öffentlichem Grund für Altkleidercontainer ab 2027 zu untersagen.
HUMANA Österreich spricht sich gegen eine pauschale Abschaffung
dieser bewährten Sammelinfrastruktur aus. Die Container ermöglichen
eine einfache Abgabe gebrauchter Kleidung, tragen dazu bei, Textilien
aus dem Restmüll fernzuhalten und schaffen die Grundlage für
Wiederverwendung, Recycling und soziale Projekte.

Container als Rückgrat der Altkleidersammlung

Allein in Wien werden jährlich bis zu 5.000 Tonnen Altkleider
gesammelt. Rund 4.000 Tonnen davon entfallen auf Container im
öffentlichen Raum. Ein Verbot würde damit den wichtigsten Sammelkanal
für gebrauchte Kleidung betreffen und die getrennte Sammlung deutlich
erschweren.

Das bestehende Sammelsystem funktioniert bei HUMANA als laufend
betreute Infrastruktur: Die Container werden regelmäßig 1 bis 2-mal
wöchentlich entleert, die Standorte dabei gesichtet und bei Bedarf
zusätzlich angefahren. Nicht Textiler Müll und herumliegende Kleider,
die im Zuge dieser Kontrollen direkt bei den Containern festgestellt
werden, werden von HUMANA Österreich auf eigene Kosten entfernt.

„ Altkleidercontainer im öffentlichen Raum sind ein einfaches und
wirksames System. Sie machen es den Menschen leicht, Kleidung
sinnvoll weiterzugeben. Wenn diese Sammelstellen pauschal
verschwinden, wird nicht nur Infrastruktur abgebaut, sondern auch ein
wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft geschwächt“, erklärt Henning
Mörch, Geschäftsführer von HUMANA Österreich.

Seit 1. Jänner 2025 schreiben die EU-Abfallrahmenrichtlinie und
das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz eine getrennte,
flächendeckende Sammlung von Textilien vor. Bestehende
Sammelkapazitäten ausgerechnet jetzt abzubauen, wäre aus Sicht von
HUMANA ein klarer Rückschritt für Kreislaufwirtschaft,
Ressourcenschonung und die Erfüllung abfallrechtlicher Vorgaben.

Soziale Wirkung und Arbeitsplätze sichern

Die Altkleidersammlung erfüllt neben ihrer ökologischen auch eine
wichtige soziale Funktion: Gut erhaltene Kleidung wird über Second-
Hand-Shops zu leistbaren Preisen angeboten oder über soziale
Einrichtungen an Menschen mit geringem Einkommen weitergegeben. Nicht
mehr tragbare Textilien können bei entsprechender Sammlung und
Sortierung weiterverwertet werden. Erlöse aus der Sammlung
unterstützen zudem soziale Projekte und Entwicklungszusammenarbeit.

Laut HUMANA wären bei einem Wegfall der Containerstellplätze auf
öffentlichem Grund bis zu 200 grüne und soziale Arbeitsplätze bei den
Sammlerorganisationen HUMANA, Öpula und Kolping gefährdet.

Gezielte Lösungen statt pauschaler Abschaffung

HUMANA nimmt Beschwerden über Verschmutzung oder falsch genutzte
Sammelstellen ernst, hält ein generelles Verbot jedoch für
unverhältnismäßig. In den vergangenen 38 Monaten wurden 89
Beschwerden von der Stadt Wien an HUMANA weitergeleitet; im selben
Zeitraum führte HUMANA in Wien 163.536 Containerentleerungen durch.
Die gemeldeten Fälle wurden jeweils innerhalb von 24 Stunden behoben.
Statt die gesamte Infrastruktur abzubauen, brauche es gezielte
Maßnahmen an einzelnen Standorten – etwa die Identifikation
problematischer Hotspots, vor allem kürzere Entleerungsintervalle bei
Bedarf und abgestimmte Meldestrukturen mit der Stadt Wien.

HUMANA fordert die Stadt Wien daher auf, vom pauschalen Verbot
Abstand zu nehmen, die geplante Regelung neu zu bewerten und
gemeinsam mit den betroffenen Organisationen standortbezogene
Lösungen zu entwickeln. Ziel müsse sein, den öffentlichen Raum sauber
zu halten und gleichzeitig eine funktionierende, sozial wirksame und
rechtskonforme Textilsammlung sicherzustellen.

Über HUMANA People to People – Verein für
Entwicklungszusammenarbeit

HUMANA Österreich, gegründet 1986, ist ein karitativer Verein mit
Sitz in Wien, der sich der Entwicklungszusammenarbeit widmet. HUMANA
sammelt und verkauft Second-Hand-Kleidung und unterstützt mit dem
Gewinn Entwicklungsprojekte im Globalen Süden und Initiativen in
Österreich. In den vergangenen drei Jahren konnten mehr als 2 Mio.
Euro für Entwicklungszusammenarbeit verwendet werden. Der Verein
beschäftigt ca. 180 Mitarbeiter*innen, betreibt 20 Second Hand Shops
in Wien, Salzburg und Graz, und ist heute führend mit Re-Use-
Dienstleistungen in der textilen Kreislaufwirtschaft Österreichs.
September 2025 erhielt HUMANA Österreich das Social Enterprise Label
vom BMWET und der aws.

Datenschutzinfo