Wien (OTS) – „Im Gesundheits- und Pflegebereich zu sparen, ist
grundfalsch – das
ist keine nüchterne Budgetfrage, sondern eine Frage der
Menschlichkeit“ , sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe
Österreich.
Aktuell stehen in mehreren Bundesländern Kürzungen bevor, etwa
beim Pflegebonus. Gleichzeitig fehlen schon jetzt tausende
Pflegekräfte, Wartezeiten werden länger und die Belastung für das
bestehende Personal wächst.
„Wer den Pflegekräften Anerkennung und Unterstützung streicht,
riskiert, dass noch mehr Menschen den Beruf verlassen. Am Ende trifft
das die, die ohnehin am meisten auf Hilfe angewiesen sind – ältere,
kranke und pflegebedürftige Menschen“, so Fenninger.
Die Volkshilfe warnt eindringlich davor, kurzfristige
Einsparungen über langfristige Verantwortung zu stellen. „Jede
Kürzung im Gesundheits- und Pflegebereich ist eine Wette gegen die
Zukunft. Wenn wir heute an Prävention, Betreuung und Menschlichkeit
sparen, zahlen wir morgen mit höheren Kosten und größerem Leid“ ,
betont Fenninger.
Auch in der Finanzierungsfrage braucht es endlich Ehrlichkeit und
Gerechtigkeit: Während an sozialer Infrastruktur gespart wird, bleibt
eine gerechte Besteuerung großer Vermögen weiter tabu. „Dass die
Erbschaftssteuer in der Debatte erneut ausgeschlossen wurde, ist
völlig unverständlich. Wer Milliarden erbt, kann einen fairen Beitrag
leisten – damit Menschen, die pflegen und gepflegt werden, nicht die
Leidtragenden sind“, fordert Fenninger.
Die Volkshilfe appelliert an die Bundesregierung und
Bundesländer, den Pflegebereich endlich abzusichern: Ausbildung und
ausreichend Personal – damit Pflege in Österreich nicht zum Luxus
wird, sondern das bleibt, was sie sein muss: eine Frage der Würde.