Wien (OTS) – Peter Schneeberger präsentiert den „kulturMONTAG“ am 4.
Mai 2026 um
22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON, der u. a. anlässlich des 80.
Geburtstags von Musikerlegende Udo Lindenberg auf dessen beispiellose
Karriere sowie diverse Würdigungen und neue Projekte blickt. Weiters
befasst sich die Sendung mit der herausfordernden Situation für
Kulturschaffende in Österreich, die sich durch das neue
Zuverdienstverbot für AMS-Geld-Bezieher:innen vor allem in dieser
Branche verschärft hat. Weiters ist das im Gegensatz dazu stehende
neue Grundeinkommen für Künstler:innen in Irland Thema.
Anschließend an das Magazin steht anlässlich des Muttertags die
Dokumentation „Die Erfindung der guten Mutter“ (23.15 Uhr) auf dem
Programm, die in die Kulturhistorie des Mutterseins eintaucht.
80 Jahre Udo Lindenberg – Ein Rückblick
„Ich bin Abenteurer, bis es mich wegreißt und ich auf der Bühne
sterbe“, so beurteilte „Panikrocker“ Udo Lindenberg einmal seine
nicht enden wollende Leidenschaft für die Musik. Im Mai wird der
konventionslose Musiker, der so charmant wie erfolgreich auf alle
Regeln pfeift, 80. Schon jetzt wird dieses Jubiläum mit
Ausstellungen, einem neuen Album und einer Lexikon-Biografie
gewürdigt. Verfasst hat letztere einer seiner größten Fans, sein
Freund Benjamin von Stuckrad-Barre, unter dem Titel „Udo Fröhliche“.
Seit seiner Kindheit ist der Pop-Literat gefangen vom „Udo-Kosmos“,
seit mittlerweile 25 Jahren sind die beiden befreundet. Lindenberg,
der eine ausgeprägte Vorliebe für Spitznamen hat, nennt seinen Freund
„Stuckiman“, den Namen führt dieser mittlerweile sogar als
Künstlernamen in seinem Pass an. Schon vor zehn Jahren hat
„Stuckiman“ seinem Idol eine Biografie geschenkt, der er nun einen
Neuanstrich verpasst hat. Es ist eine Art Udo-Lexikon geworden – von
A wie Alkohol bis Z wie Zigarre. Stuckrad-Barre spart darin nicht mit
Anekdoten. Der „kulturMONTAG“ taucht gemeinsam mit dem Autor ein in
das unvergleichliche „Udo-Versum“.
Kein Lichtblick – Die prekäre Situation für Österreichs
Kulturschaffende
Seit vier Monaten ist der Zuverdienst bei dem Bezug von AMS-
Geldern verboten. Frauen, Alleinerziehende, Künstler:innen sowie
Kultur- und Medienarbeiter:innen, deren Erwerbsrealität von
unregelmäßigen und geringfügigen Tätigkeiten geprägt ist, sind davon
besonders stark betroffen. Auch wenn AMS-Chef Johannes Kopf jüngst
eine positive Zwischenbilanz gezogen hat, hat sich die aktuelle
Regelung für die ohnehin prekäre Situation von Kulturschaffenden
drastisch verschärft. „Anstatt die soziale Absicherung in Kunst- und
Kulturberufen zu verbessern – wie im Regierungsprogramm angekündigt –
wird sie faktisch untergraben“, warnen der Kulturrat Österreich und
die IG Autorinnen Autoren. 1.500 Kulturschaffende und mehr als 160
Kulturinstitutionen fordern in einem offenen Brief „das
Zuverdienstverbot muss weg“. Laut der jüngsten großen Studie zur
sozialen Lage dieser Berufszweige galten mehr als 30 Prozent der
Kulturschaffenden als armutsgefährdet – im Vergleich zu 14 Prozent
der Gesamtbevölkerung. Die Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeit
trifft etwa Beleuchter:innen, Schauspieler:innen oder
Maskenbilderinnen und Maskenbildner hart. Schließlich sei das Zubrot
aufgrund der atypischen Beschäftigung für viele im Kulturbereich
tätige Menschen die einzige Möglichkeit, finanziell über die Runden
zu kommen. Wird somit der eigentliche Beruf zum Hobby, wenn
Brotberufe zum Überleben notwendig sind? Welche kurzfristigen und
langfristigen Auswirkungen hat das auf die Branche? Der
„kulturMONTAG“ hat nachgefragt. Live im Studio begrüßt Peter
Schneeberger zum Thema Schauspielerin, Musikerin und
Synchronsprecherin Pippa Galli, mit der er die Schwierigkeiten und
Herausforderungen einer ganzen Branche analysiert.
Ein Lichtblick –Grundeinkommen für irische Kulturschaffende
Jede Woche 325 Euro vom Staat, bis zu drei Jahre lang: Irland ist
in der Zielgeraden, um die Situation für Kulturschaffende zu
revolutionieren, und will dazu das Grundeinkommen für Künstler:innen
etablieren. Nach einer Testphase des Pilotprojekts, das im Jahr 2020
aufgrund der Pandemie initiiert wurde, stellte sich heraus, dass sich
die Millionen, die dafür investiert wurden, wieder amortisieren. Laut
einer Kosten-Nutzen-Rechnung der irischen Regierung hat das Programm
durch höhere Ausgaben im Kunstbereich, Produktivitätssteigerungen und
eine geringere Abhängigkeit von anderen Sozialleistungen mehr als
seine Nettokosten von 72 Millionen Euro wieder hereingeholt.
Kulturminister Patrick O’Donovan sagte kürzlich bei der Vorstellung
des Programms in Dublin, dass es sich um das weltweit erste seiner
Art handele. „Es ist ein gigantischer Schritt nach vorn, den andere
Länder nicht unternehmen“. In Irland Realität, in Österreich eine
Provokation? Der „kulturMONTAG“ hat sich auf der grünen Insel auf
Lokalaugenschein begeben.
Dokumentation „Die Erfindung der guten Mutter“ (23.15 Uhr)
Die liebevolle, fürsorgliche Mutter, die immer für ihre Kinder da
ist, den Haushalt managt, gleichzeitig zum Einkommen beiträgt und
dabei Ehemann, Freunde und sich selbst nicht vernachlässigt – das ist
die Super-Mama unserer Tage. Doch: Welchen Stellenwert hatte Mutter-
Sein in anderen Epochen? Gibt es den vielbeschworenen Mutterinstinkt?
Woher kommen die Zuschreibungen und wer entscheidet, wie eine gute
Mutter zu sein hat? Um diese Fragen zu beantworten, begibt sich
Regisseurin Marion Priglinger in ihrem Film auf die Spuren der
zahlreichen Mythen, die sich um das Bild der Mutter ranken: von der
Muttergöttin in der Altsteinzeit und dem Marienkult im Mittelalter
über die Entdeckung der Mutterliebe und der Mutterschaft als
weibliche Berufung im 18. Jahrhundert bis hin zur heutigen Working
Mom. Zahlreiche Bilder und Gemälde, kunsthistorische Schätze,
Fotografien und Filmausschnitte veranschaulichen die vielfältigen
Mutterbilder und ihre Überhöhungen. Wissenschafter:innen sowie
Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen kratzen
schonungslos am Mythos der Mütterlichkeit. „Die gute Mutter ist für
mich so selten wie Mozart“, resümiert die französische Philosophin
und Autorin Elisabeth Badinter, „und die Vorstellung der perfekten
Mutter ist völlig erfunden“. Erfrischend unbefangen und mit einer
Prise Humor durchstreift die Doku die Kulturgeschichte der
Mutterschaft auf der Suche nach der wahren, wohl letztlich
undefinierbaren „guten“ Mutter.
Apropos Muttertag:
Auch heuer zeigt der ORF Harald Sicheritz’ längst zum
alljährlichen TV-Highlight gewordene bitterböse Kultkomödie
„Muttertag“ (Sonntag, 10. Mai, 20.15 Uhr, ORF 1) über ein groteskes
Muttertagswochenende im Leben der skurrilen Familie Neugebauer,
basierend auf dem gleichnamigen Stück der legendären Kabarettgruppe
Schlabarett – mit den Schlabarettisten Alfred Dorfer, Roland
Düringer, Reinhard Nowak, Eva Billisich und Andrea Händler in
Mehrfachrollen.
ORF III bringt am Muttertag drei themenaffine österreichische
Filmproduktionen zum Wiedersehen: „Lieselotte“ (15.30 Uhr), „Muttis
Liebling“ (17.00 Uhr) und „Seine Mutter und ich“ (18.35 Uhr).
Ö1 widmet dem Anlass bereits am Vormittag eine Ausgabe der Reihe
„Gedanken“ mit dem Titel „Was sind Mütter wert?“ (9.05 Uhr): Darin
spricht die fünffache Mutter Daniela Schiller über den wahrscheinlich
selbstverständlichsten Nicht-Beruf. Die vielen Qualitäten und
Leistungen von Müttern sollen anerkannt und benannt werden, fordert
sie. Denn welche gesellschaftlichen Folgen hat die Geringschätzung
mütterlicher Qualitäten in unserem System?