„kulturMontag“ über „Austenmania“, „Fidelio“ an der Wiener Staatsoper und das Kultursparpaket der Stadt Wien

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
15. Dezember
2025 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON befasst sich anlässlich des
250. Geburtstags von Jane Austen mit der anhaltendenden Begeisterung
für die Autorin und ihre Romane. Außerdem berichtet die Sendung von
den Proben zur „Fidelio“-Neuinszenierung von Regisseur Nikolaus
Habjan an der Wiener Staatsoper und dem Kultursparpaket der Stadt
Wien, dazu ist Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler live zu Gast im
Studio. Anschließend an das Magazin steht anlässlich seines 90.
Geburtstags die Premiere des TV-Porträts „Valentin Oman – Eine
Spurensuche“ (23.20 Uhr) auf dem Programm.

Austenmania – Zum 250. Geburtstag von Jane Austen

Die einen lieben ihre romantischen Romane. Andere die
Filmadaptionen. Wieder andere Mode und Lebensstil der Regency-Ära:
Weltweit gibt es eine große Szene an begeisterten Fans von Jane
Austen. „Janeites“ werden sie genannt. In diesem Jahr lassen sie ihr
Idol besonders hochleben: Am 16. Dezember 1775, vor 250 Jahren, wurde
die Erfinderin der „Romantic Comedy“ in Steventon, England, geboren.
Meisterwerke wie „Stolz und Vorurteil“, „Emma“ oder „Verstand und
Gefühl“ sind längst in die Popkultur eingegangen, bezaubern nicht nur
mit charmant-unperfekten Heldinnen und Helden. Mit bösem Witz seziert
Austen darin menschliche und gesellschaftliche Unzulänglichkeiten,
die bis heute gültig sind. Ihre Stoffe haben sich längst
verselbständigt, ob in Kinderbüchern, Graphic Novels,
Romanfortsetzungen oder Rezeptsammlungen, in Biopics, Film-Spin-offs
bis hin zum Zombie-Schocker, oder Fanartikeln. Zahllos sind auch die
weltweiten Jane-Austen-Gesellschaften und -Vereine, die Literatur und
Lifestyle pflegen. Nicht nur in Bath, der Pilgerstätte des Austen-
Kults, wo etliche ihrer Romane spielen und wo sich zum alljährlichen
Austen-Festival Tausende Anhängerinnen versammeln, auch in Graz gibt
es eine engagierte Jane-Austen-Society. Der „kulturMontag“ hat sie
besucht.

Kampf um die Wahrheit – „Fidelio“ an der Wiener Staatsoper

Seine erste und einzige Oper gilt als die Oper für Freiheit,
Liebe und Menschlichkeit schlechthin. Mit Ludwig van Beethovens
„Fidelio“ wurde die Wiener Staatsoper 1955 wiedereröffnet. Zum 70-
jährigen Jubiläum zollt das Haus am Ring dem Neubeginn nach dem
Zweiten Weltkrieg Tribut und hat Regisseur Nikolaus Habjan für eine
Neuinszenierung der Geschichte rund um Mut, Liebe und Mitläufertum
verpflichtet. „Fidelio“, 1805 im Theater an der Wien uraufgeführt,
ist für den 38-jährigen Grazer eine Freiheitsoper, die von großen
Idealen getragen wird. Mehr noch, die Handlung erzählt, wie Glaube,
Liebe und Hoffnung aus dem Kleinen ins Große wirken und selbst
autoritäre Systeme stürzen können. Nikolaus Habjan gibt mit „Fidelio“
sein Debüt an der Wiener Staatsoper. Gemeinsam mit Franz Welser-Möst,
dem musikalischen Leiter der Produktion, will er einen ganz neuen
Blick auf das Werk wagen. Einen Tag vor der Premiere berichtet der
„kulturMontag“ von den Proben.

Ein blaues Auge – Das Kultursparpaket der Stadt Wien

Die Sparpolitik hat ganz Österreich im Griff. Auch die Stadt Wien
muss für 2026 den Sparstift ansetzen. Von den Einsparungen bleibt
auch der Kultursektor nicht verschont, das Budget sinkt um 7,6
Prozent. Sparen will Veronica Kaup-Hasler bei großen Institutionen,
etwa bei den Vereinigten Bühnen Wien, die um fünf Millionen Euro
weniger Subvention bekommen. Das beim Publikum beliebte
„Sommernachtskonzert“ der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn wird
künftig nicht mehr von der Stadt Wien unterstützt. Trotz Einsparungen
soll der Gratis-Eintritt im Wien Museum bleiben. Die Förderhöhe der
Theater-Szene, etwa der Josefstadt, der Wiener Festwochen oder des
Volkstheaters, bleibt stabil, was angesichts steigender
Personalkosten die Finanzierungen der Häuser schwierig macht. Wie und
in welchen Bereichen die Subventionen reduziert werden, vor welchen
Herausforderungen die Kulturstadt Wien steht und was etwa der „Kultur
-Euro“ bei der Tourismus-Abgabe bringen kann, darüber diskutiert
Clarissa Stadler mit der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler live
im Studio.

Valentin Oman – Eine Spurensuche (23.20 Uhr)

Der Dokumentarfilm zum 90. Geburtstag von Valentin Oman zeichnet
ein Porträt eines Künstlers, dessen Schaffen seit Jahrzehnten von der
tiefgehenden Auseinandersetzung mit dem Menschen, seiner Würde und
seiner Vergänglichkeit geprägt ist. Oman erzählt seine Biografie
selbst – beginnend mit seiner Kindheit als Kärntner Slowene, geprägt
vom Gefühl des Ausgeschlossenseins und dem kollektiven Schweigen nach
dem Zweiten Weltkrieg. Diese prägenden Erfahrungen durchziehen sein
künstlerisches Werk, das sich zentralen Fragen nach Identität,
Erinnerung und den Auswirkungen des Krieges widmet. Die Doku folgt
diesen Spuren durch Atelierlandschaften, Naturräume und
Lebensstationen und eröffnet einen eindringlichen Blick auf die Kraft
seiner Kunst. Es ist ein Film über Menschlichkeit, die Bedeutung von
Kunst und die große Frage: Was bleibt vom Menschen am Ende zurück?
Für ihren Film haben Martin Traxl und Tatjana Berlakovich Valentin
Oman beim Arbeiten in seinem Atelier über die Schulter geschaut und
ihn auf die Spuren seiner Herkunft in sein Heimatdorf St. Stefan in
der Nähe des Faaker Sees begleitet. Gemeinsam waren sie
Fliegenfischen im malerischen Soča-Tal in Slowenien und haben die
Gedenkstätte Ara Pacis Mundi im italienischen Medea besucht.

Datenschutzinfo