LIFE IRIS zeigt, wie Flussrenaturierung in Österreich gelingen kann

Wien (OTS) – Flussrenaturierungen stärken den nachhaltigen
Wasserkreislauf,
verbessern Hochwasserschutz, schaffen lebenswerte Regionen und
Ökosysteme. „Die im Rahmen von LIFE IRIS umgesetzten Maßnahmen machen
Regionen in ganz Österreich nicht nur sicherer, sondern auch
lebenswerter. Sie zeigen, dass Flussrenaturierung kein fernes Ziel
ist, sondern heute schon gelebt wird. LIFE IRIS steht beispielhaft
für eine vorausschauende, praxisnahe und nachhaltige Umsetzung jener
Ziele, die nun auch in der EU-Wiederherstellungsverordnung verankert
sind “, fasst Wasserminister Norbert Totschnig das Projekt zusammen.

Das LIFE IP IRIS-Projekt gilt im Gewässerbereich als
Vorzeigeprojekt in Österreich und setzt seit mehreren Jahren
Maßnahmen um, die künftig europaweit angewendet werden. In 7
Pilotgebieten werden Flüsse unterschiedlicher Größe revitalisiert, um
ihre ökologische Funktion zu stärken, den Wasserrückhalt in der
Landschaft zu verbessern und widerstandsfähige Flusslandschaften zu
schaffen. Diese Maßnahmen fördern die Zielerreichung der
Wasserrahmenrichtlinie sowie der Hochwasserrichtlinie und zählen
insbesondere zu den Vorgaben der Widerherstellungsverordnung von
freifließenden Gewässerstrecken sowie zur Wiedervernetzung der Flüsse
mit ihrem Umland.

IRIS verfolgt dabei einen integrativen Ansatz: Ganze Fluss-
Einzugsgebiete werden bei der Planung berücksichtigt, um stimmige
Maßnahmenkonzepte zu entwickeln, statt punktuelle Lösungen
umzusetzen. Bund und Länder arbeiten dabei eng mit Gemeinden und
Interessengruppen zusammen, wodurch Interessenskonflikte frühzeitig
identifiziert und gelöst werden können. So können nachhaltige
Verbesserungen entstehen, die in der Umsetzung entsprechende
Akzeptanz finden.

Drei Beispiele: 5,8 Mio. Euro – für erfolgreiche Maßnahmen

Die Revitalisierungsmaßnahmen an der Lafnitz bei Rudersdorf
wurden im Sommer 2025 abgeschlossen und zeigen, dass frei fließende
und dynamische Flussabschnitte („Free Flowing Rivers“) auch im dicht
besiedelten Mitteleuropa wiederhergestellt werden können. Zusätzlich
zu den strukturverbessernden Maßnahmen wurden auch Maßnahmen
umgesetzt, die den Hochwasserschutz verbessern und Siedlungsgebiete
auch im Fall von extremen Wettereignissen schützen.

In der Marktau bei Wilhering wird ein Donau-Nebenarm um rund 400
Meter verlängert. Durch die Maßnahmen nähert sich der Fluss wieder
seinem ursprünglichen, verzweigten Verlauf an. An der Donau, einem
der größten und bedeutendsten Flüsse Europas, entstehen neue
naturnahe Bereiche mit wichtigen Lebensräumen für Tiere, Pflanzen und
Erholungsräume für Menschen. Von der geplanten neuen
Aussichtsplattform können Besucherinnen und Besucher die Tier- und
Pflanzenwelt in Zukunft hautnah erleben. Das Projekt zeigt, dass auch
an einem wichtigen Fluss wie der Donau ökologische Verbesserungen gut
mit wirtschaftlicher Nutzung und gesellschaftlichen Interessen
vereinbar sind. Flüsse wie die Donau können selbstverständlich nicht
in ihren Urzustand versetzt werden. Insbesondere die Vernetzung mit
den Auen ist jedoch eine entscheidende Maßnahme zum Artenerhalt.

Zwischen Obergrafendorf und Weinburg erhält die Pielach wieder
mehr Raum, damit natürliche Prozesse einen naturnahen, dynamischen
Fluss formen können. Die Maßnahmen beziehen dabei auch das Umland und
insbesondere die Auenwälder in die Planung ein. Ausgetrocknete
Auenbereiche werden in Zukunft wieder besser mit Wasser versorgt, und
es entstehen vernetzte, widerstandsfähige Flusslandschaften.

Life Projekt – IRIS:

Das integrierte LIFE-Projekt “LIFE IP IRIS AUSTRIA – Integrated
River Solutions in Austria“ unterstützt integrative Planungsansätze
als neuen Weg für die ökologische Sanierung von Fließgewässern bei
gleichzeitig verbessertem Hochwasserschutz. Im Fokus steht die
Ausarbeitung, Erprobung und erfolgreiche Umsetzung von
Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepten (GE-RMs), die
sich der Herausforderung stellen, den Hochwasserschutz gemäß der
Hochwasserrichtlinie umzusetzen und gleichzeitig die ökologische
Gewässersanierung voranzutreiben.

Projektdaten:
Titel: LIFE IP IRIS Austria – Intergrated River Solutions in Austria
Laufzeit: 2018 – 2027
Gesamtvolumen: von 16,5 Mio. Euro, davon 9,9 Mio. Euro Förderung
durch das LIFE-Programm der EU.
Koordinierender Projektpartner: Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft (BMLUK).
Projektpartner: Bundeswasserbauverwaltungen der Bundesländer
Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark
und Tirol sowie die viadonau (Österreichische Wasserstraßen-
Gesellschaft mbH) und das Umweltbundesamt.

Website: www.life-iris.at

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