Mehr Spitzenforschung durch Doktorate an Fachhochschulen

Salzburg/Puch-Urstein (OTS) – Forschungsexzellenz an Fachhochschulen
zeigt sich vor allem dann,
wenn junge Forscher*innen bedeutende wissenschaftliche Meilensteine
erreichen. Zwei aktuelle Beispiele aus der FH Salzburg – aus den
Bereichen Holztechnologie sowie Informationstechnik – verdeutlichen,
welches Potenzial in FH-Standorten steckt und welche Hürden der
fehlende Zugang zu Doktoratsprogrammen nach wie vor mit sich bringt.

Zwtl.: Strukturelle Hürden: FH-Forschung ohne Promotionsrecht

Jakub Grzybek war zuletzt Forscher an der FH Salzburg und hat an
der Mendel University in Brno seine Dissertation erfolgreich
abgeschlossen und damit einen zentralen akademischen Meilenstein
erreicht. In seiner Arbeit entwickelte er neuartige Materialien zur
thermischen Energiespeicherung in Holz. Grzybek hat im September eine
Postdoc-Stelle in Slowenien angetreten. FH Salzburg Rektor Dominik
Engel: „Wir stehen derzeit vor der Situation, dass unsere Doktorand*
innen zwar bei uns wissenschaftlich tätig sind, also unsere
öffentliche Finanzierung und Infrastruktur nutzen, der Doktorgrad
aber im Ausland vergeben wird, da uns diese Möglichkeit fehlt, sprich
wir finanzieren Wissenschaft mit österreichischem Steuergeld, der
formale Abschluss und damit die Reputation, sowie zum Teil auch Know-
how und Innovation gehen aber an die Hochschulen im Ausland.“

Zwtl.: Datenschutz und Smart Meter: Dissertation von Dejan
Radovanovic

Auch im Bereich der digitalen Technologien zeigt sich die
Bedeutung praxisnaher FH-Forschung. Dejan Radovanovic forscht derzeit
am Department Information Technologies and Digitalisation an der FH
Salzburg. Im Rahmen seiner Dissertation leistet er wesentliche
Beiträge zum technologischen Fortschritt im Forschungsbereich Smart
Meter und Schutz der Privatsphäre von Nutzer*innen. Konkret
untersucht er, wie aus Smart-Meter-Lastprofilen personenbezogene
Informationen extrahiert werden können und entwickelt
Schutzmechanismen gegen datengetriebene Privacy-Angriffe mithilfe
moderner Machine-Learning-Methoden. „Einfach gesagt – Ziel ist es,
durch Anonymisierungsverfahren die Privatsphäre von einzelnen
Haushalten zu schützen und dabei trotzdem die Vorteile von Smart
Meter maximal zu nutzen“, erklärt Radovanovic.

Obwohl beide Forschungsarbeiten exemplarisch zeigen, wie FH-Teams
zu wissenschaftlichem Fortschritt beitragen, erschweren derzeit noch
strukturelle Rahmenbedingungen die Durchführung solcher
Dissertationen. Die Erfahrungen der Forschenden verdeutlichen aber
die Relevanz eines eigenständigen Promotionsrechts für
Fachhochschulen, um Talente auszubilden, Innovationen zu fördern und
die wissenschaftliche Exzellenz in Österreich langfristig zu stärken.

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