Wien (OTS) – „Die Bundesregierung will angeblich das effektive
Pensionsantrittsalter erhöhen, setzt aber gleichzeitig Maßnahmen, die
ältere Arbeitnehmer:innen ‚teurer‘ machen. Der Zugang zur
Korridorpension wird erschwert, während Betriebe weiterhin zu wenig
in die Pflicht genommen werden, altersgerechte Arbeitsplätze zu
schaffen. Das ist widersprüchlich und wird nicht dazu beitragen, dass
Menschen tatsächlich länger gesund im Erwerbsleben bleiben können,“
kritisiert Robert Müllner, Obmann der Grünen Senior:innen G+ die
Regierungsvorhaben im Doppelbudget.
Besonders problematisch sei, dass ältere Arbeitnehmer:innen am
Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt werden. Die Arbeitslosigkeit
älterer Menschen liegt deutlich über dem Durchschnitt und ist zuletzt
weiter gestiegen. „Wer ein höheres faktisches Pensionsantrittsalter
will, muss endlich konkrete Maßnahmen setzen, damit ältere Menschen
auch tatsächlich Beschäftigung finden und behalten können“, so
Müllner.
Die Grünen Senior:innen G+ fordert daher die rasche Umsetzung
eines Bonus-Malus-Systems für ältere Arbeitnehmer:innen. Betriebe,
die überdurchschnittlich viele ältere Menschen beschäftigen, sollen
finanziell entlastet werden. Unternehmen, die ältere
Arbeitnehmer:innen systematisch ausschließen, sollen dagegen stärker
zur Verantwortung gezogen werden. „Ein solches System wäre ein
wirksamer Hebel, um die Beschäftigung von Menschen über 60 nachhaltig
zu erhöhen“, betont Müllner.
Abschließend fordert der Vorsitzende der Grünen Senior:innen G+
Müllner mehr Gerechtigkeit im Pensionssystem: „Die breite Mehrheit
der Pensionist:innen hat bereits einen erheblichen Beitrag zur
Budgetsanierung geleistet. Menschen mit kleinen und mittleren
Pensionen müssen weiterhin einen vollen Teuerungsausgleich erhalten.
Gleichzeitig braucht es endlich einen gerechten Beitrag von Luxus-
Pensionist:innen zur Konsolidierung des Staatshaushaltes – der fehlt
nämlich nach wie vor.“