Wien (OTS) – Das Umspannwerk Matrei geht nach einer Bauzeit von rund
zwei Jahren
planmäßig in den Vollbetrieb. An der heutigen Inbetriebnahmefeier in
Seblas nahmen auf Einladung der Netzbetreiber Austrian Power Grid (
APG) und TINETZ-Tiroler Netze GmbH Tirols Landeshauptmann-
Stellvertreter Josef Geisler, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der
TINETZ und Vorstand der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG, Michael
Kraxner, der technische Geschäftsführer der TINETZ, Thomas Rieder
sowie der APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner teil.
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braucht Strom
APG und TINETZ setzen mit der neuen Anlage einen wichtigen
Meilenstein für die nachhaltige Netzstabilität in Osttirol und eine
versorgungssichere Energiewende in ganz Österreich: Die Region wird
ab jetzt über zwei unabhängige Einspeisepunkte aus dem
österreichweiten APG-Netz versorgt, die rund 36 Kilometer lange 110-
kV-Leitung durch das Iseltal doppelt abgesichert. Das erhöht
wesentlich die Versorgungs- und Ausfallsicherheit. Darüber hinaus
kann der im Iseltal erzeugte, überschüssige Strom aus
Kleinwasserkraft und Photovoltaik besser abtransportiert und in das
österreichische Energiesystem integriert werden.
Gesamtsystemplanung als Voraussetzung für eine sichere
Energiezukunft
„Unser Ziel ist klar: Mit der Strategie Tirol 2050 energieautonom
arbeiten wir konsequent an einer unabhängigen, nachhaltigen
Energiezukunft für Tirol“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter
Josef Geisler und führt weiter aus: „Osttirol zeigt eindrucksvoll,
welches Potenzial in unseren Regionen steckt – von der Wasserkraft
bis zur stark wachsenden Photovoltaik. Entscheidend ist aber das
Zusammenspiel: Erzeugung, Netze und Speicher müssen gemeinsam gedacht
werden. Gerade weil Strom nicht immer dann erzeugt wird, wenn er
gebraucht wird, sind leistungsfähige Netze und moderne
Speicherlösungen unverzichtbar. Sie helfen, Überschüsse sinnvoll zu
nutzen, das Netz zu stabilisieren und die Versorgung langfristig
abzusichern. Mit gezielten Förderungen – etwa im Bereich
Stromspeicher – schaffen wir zusätzliche Anreize für Haushalte und
Betriebe, aktiv an der Energiewende mitzuwirken. So stärken wir nicht
nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die regionale
Wertschöpfung und den Wirtschaftsstandort Tirol.“
Als zentraler Akteur der Energiewirtschaft ebnet APG mit seiner
Netzinfrastruktur den Weg für die versorgungssichere Energiewende
hierzulande und erhöht die Verfügbarkeit von preisgünstigem Strom aus
erneuerbaren Quellen. APG- Vorstandssprecher und Technikvorstand
Gerhard Christiner über die systemischen Effekte dieser
Transformation: „Ein leistungsfähiges Netz ist das Rückgrat der
Stromversorgung – nur wenn Erzeugung, Transport und Verbrauch
ganzheitlich zusammenspielen, kann die Dekarbonisierung des
Energiesystems gelingen. In den vergangenen Jahren ist die
Stromerzeugung aus Sonne und Wind jedoch deutlich schneller gewachsen
als das Stromnetz, was in Österreich allein 2025 bereits rund eine
Milliarde Euro an vermeidbaren Kosten für Stromkundinnen und -kunden
verursacht hat. Diese Kosten sind eine direkte Folge davon, dass das
Energiesystem nicht konsequent als Gesamtsystem geplant und umgesetzt
wurde. Die aktuelle geopolitische Lage zeigt einmal mehr, wie
entscheidend der Netzausbau für unseren Lebens- und
Wirtschaftsstandort ist. Ohne Netze kann erneuerbare Energie weder
integriert noch dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht wird. Mit
Projekten wie dem neuen Umspannwerk Matrei schließen wir Lücken im
Netz und sichern die Versorgung für die kommenden Jahrzehnte. Unser
Netzentwicklungsplan sieht Projekte mit einem Investitionsvolumen von
rund neun Milliarden Euro bis 2035 vor. Um dieses ambitionierte
Programm zeitgerecht umsetzen zu können, braucht es jetzt vor allem
deutlich beschleunigte Genehmigungsverfahren. Nur dann wird es
möglich sein, preisgünstige, erneuerbare Energie aus Österreich und
Europa zuverlässig zu Unternehmen und Haushalten zu bringen.“
Umfassendes Investitionsprogramm sichert Stromversorgung in
Osttirol
TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder betont: „Mit dem neuen
Umspannwerk in Matrei wird die Versorgungszuverlässigkeit für ganz
Osttirol wesentlich erhöht. In diesem Zusammenhang hat TINETZ auch
das bestehende 110-kV-Netz von Gruben bis Matrei verstärkt, der
Abschnitt Matrei bis Kalserbach inklusive Ertüchtigung der
Umspannwerke Kienburg und Kalserbach läuft und wird in den kommenden
Jahren abgeschlossen werden. Für die Erhöhung der
Versorgungszuverlässigkeit im Bezirk hat TINETZ seit rund 10 Jahren
ein Investitionsprogramm umgesetzt mit insgesamt 63 Projekten in 23
Gemeinden, die die Versorgung in allen Osttiroler Gemeinden
verbessert. In den Jahren 2014 – 2030 wird TINETZ somit insgesamt
rund 92 Mio EUR in eine zukunftsorientierte Stromversorgung Osttirols
investieren. Grundsätzlich stellen diese Ausbauten auch die
zusätzlichen Netzkapazitäten für lokale Einspeiser und
Erzeugungsanlagen sicher. Insgesamt nimmt TINETZ in den nächsten rund
15 Jahren ein Rekordbudget von gesamt drei Milliarden Euro in die
Hand, um die Tiroler Infrastruktur für die Anforderungen der Energie-
, Mobilitäts- und Wärmewende fit zu machen.“ Im Bezirk Lienz stehen
als nächste Meilensteine der Netzausbau im Pustertal inkl. Steigerung
der Betriebsspannung auf 30 kV, die Erneuerung des Umspannwerks
Stribach sowie diverse 30-kV-Projekte im Lienzer Talboden und dem
Isel-, Virgen- und Defereggental an.
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2035 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.