ÖQZ-24 begrüßt Vorhaben zur Verbesserung der Qualität in der 24-Stunden-Betreuung und weist auf notwendige finanzielle Voraussetzungen hin

Wien (OTS) – Bereits 2018 hat das Sozialministerium mit den
entsprechenden
Richtlinien die Grundlagen für die Qualitätssicherung der
Vermittlungsagenturen geschaffen. 2019 schließlich haben die
Pilotzertifizierungen stattgefunden und eine wissenschaftliche
Evaluation das Verfahren bestätigt. Seitdem wurden 50
Vermittlungsagenturen zertifiziert. Sie umfassen damit mehr als ein
Drittel aller geförderten Betreuungsverhältnisse von
betreuungsbedürftigen Personen, die über eine Agentur ihre
Betreuungskraft vermittelt bekommen.

„Wir begrüßen die Diskussion um eine Verbesserung der Qualität
sehr, wie sie nunmehr von Frau Bundesministerin Schumann auf die
politische Tagesordnung gehoben wurde“, so der Vorsitzende der
Zertifizierungsorganisation ÖQZ-24, Johannes Wallner. „Die
Richtlinien des Österreichischen Qualitätszertifikats für
Vermittlungsagenturen, kurz ÖQZ-24, wurden vom Sozialministerium
gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und den großen Wohlfahrtsträgern
entwickelt. Wir haben nunmehr bereits 50 Agenturen zertifiziert.
Vielen befinden sich aktuell in der Wiederholungszertifizierung. Das
macht uns auch stolz, weil die Agenturen den Vorteil der
Qualitätssicherung für sich erkannt haben“, setzt Wallner fort.

Auch die Kundinnen und Kunden fragen das Zertifikat nach, denn
das ÖQZ bietet einen deutlichen Vorteil im Bereich der Sicherheit,
Vertragstreue und Transparenz. Demnach sind bereits mehr als ein
Drittel aller von Agenturen vermittelten und geförderten
Betreuungsverhältnisse ÖQZ-24 zertifiziert.

Seit nunmehr 4 Jahren fordert das ÖQZ-24 von der Politik ein
klares Bekenntnis zur Qualitätssicherung. „Klar definierte Qualität
reduziert die Risiken, aber das kostet auch Geld. Und je besser die
Betreuungspersonen ausgebildet sind, gerade auch in der deutschen
Sprache, umso höher werden ihre Honorare sein, berechtigterweise“, so
Helmut Lutz, Vorstandsmitglied im ÖQZ-24 und Geschäftsführer von
Malteser Care. Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk
Österreich und ebenfalls Vorstandsmitglied im ÖQZ-24 erläutert dazu:
„Die 24-Stunden-Betreuung ist schlechter gefördert als jedes andere
Versorgungsmodell. Das geht zu Lasten der Betroffenen und Angehörigen
sowie der Betreuer:innen, aber auch zu Lasten der Qualität. Wenn wir
so weitermachen wie bisher, kann sich bald niemand mehr eine
qualitätsgesicherte 24-Stunden-Betreuung leisten. Wenn wir die
Qualität flächendeckend sicher wollen, müssen wir dringend das
Förderregime überarbeiten. Ohne Ressourcen keine Qualität!“

Die Richtlinien des Bundesministeriums sehen derzeit eine
begleitende Qualitätssicherung durch die diplomierten Gesundheits-
und Krankenpflegepersonen, mindestens quartalsweise, vor. Die Kosten
dafür haben aber die betreuten Personen zu tragen. Und das führt sehr
häufig an oder über die Grenzen der Finanzbierbarkeit. Da bleibt dann
meist auch kein Spielraum für eine bessere Honorierung der
Betreuungskräfte. Deshalb fordert das ÖQZ seit Jahren die Einführung
des „Qualitätsbonus“ für die Sicherung der Qualität wie auch des
„Fairnessbonus“ für die angemessene finanzielle Abgeltung der
Leistungen der Betreuer:innen.

„Frau Bundesministerin Schumann hat die Nöte der Menschen
erkannt, und ist bereit hier auch Verbesserungen zu schaffen. Wir
sind sehr gerne bereit unsere Erfahrung in die Weiterentwicklung der
Qualität einzubringen. Und vielleicht kann Frau Bundesministerin
Schumann bei der nächsten Zertifikatsverleihung an 25 ÖQZ-Agenturen
Mitte 2026 bereits die neuen Richtlinien und Förderungen
präsentieren. Das würde nicht nur uns, sondern vor allem die 30.000
betroffenen Familien und die 60.000 Betreuer:innen freuen“, so
Johannes Wallner abschließend.

Zwtl.: Über das ÖQZ-24:

Das Österreichische Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen
in der 24-Stunden-Betreuung wurde 2018 vom damaligen „Verein zur
Förderung der Qualität in der Betreuung älterer Menschen“ im Auftrag
des Sozialministeriums entwickelt. 2019 fand die erste
Zertifikatsverleihung durch die damalige Bundesministerin Brigitte
Zarfl statt. Dem Verein gehörten neben Branchenvertretern aus der
stationären Altenpflege vor allem Landesregierungen und das
Sozialministerium an. Nach dem Übergang des Nationalen
Qualitätszertifikats für Alten- und Pflegeheime in Österreich (NQZ)
an die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) hat sich der Verein aufgelöst
und das Zertifizierungsverfahren sowie die Marke ÖQZ an den
gemeinnützigen Verein ÖQZ-24 – Österreichische
Qualitätszertifizierung für Personenbetreuung übertragen. Gründer und
Vorsitzender beider Vereine war Johannes Wallner.

Aktuell werden rund 30.0000 betreuungs- und pflegebedürftige
Personen zuhause von Personenbetreuer:innen versorgt. Rund 21.000 von
ihnen beziehen eine Förderung des Sozialministeriums. Die
Anspruchsberechtigung liegt seit 2008 unverändert bei einem
monatlichen Einkommen von maximal Ꞓ 2.500.- Das erklärt auch die
stark gesunkene Zahl der Anspruchsberechtigten.

Rund 7.000 Personen werden von ÖQZ zertifizierten
Vermittlungsagenturen umfassend begleitet, sei es durch transparente
Verträge, sei es durch definierte Erreichbarkeiten, Ersatzstellungen
bei Ausfall der Betreuungskraft bis zur verpflichtenden Einbindung
der Fachpflege.

Zur Struktur des Vereins:
Über die korrekte Abwicklung des Zertifizierungsverfahrens sowie
Behandlung strittiger Beschwerden wacht das unabhängige Präsidium. In
den Beiräten finden sowohl die zertifizierten Agenturen als auch die
Zertifizierer:innen Möglichkeiten, Vorschläge zur Weiterentwicklung
einzubringen. Die strategische Entwicklung verantwortet der Vorstand,
der sich aus privaten und gemeinnützigen Agenturen zusammensetzt,
unter dem Vorsitz eines neutralen Qualitätsexperten. Der operative
Zertifizierungsbetrieb wird von eigens eingesetzten Koordinator:innen
aus den Reihen der Zertifizierer:innen umgesetzt.

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