Totschnig & Mattle: Österreich startet bundesweites Monitoring für Bergstürze und Großrutschungen

Wien (OTS) – Österreich ist aufgrund seiner alpinen Lage besonders
von
Naturgefahren betroffen. Große Massenbewegungen wie Bergstürze,
Talzuschübe, tiefgründige Hangrutschungen, oder große Murgänge treten
selten auf, können aber enorme Schäden verursachen und Menschen,
Infrastruktur sowie Wirtschafts- und Tourismusstandorte gefährden.
Der Klimawandel verschärft diese Risiken zusätzlich, etwa durch
Starkregen in hohen Lagen, Gletscherrückgang und auftauenden
Permafrost.

Der Bergsturz im Schweizer Ort Blatten 2025 hat gezeigt, wie groß die
Gefahr solcher Extremereignisse ist. Obwohl Österreich bei der
Vorsorge gegen Naturgefahren gut aufgestellt ist, stellen neue
Gefährdungen im alpinen Raum das bestehende Schutzsystem vor neue
Herausforderungen.

Hier setzt das von Bundesminister Norbert Totschnig initiierte
Aktionsprogramm GeomonitorAT an. Ziel ist der Aufbau eines bundesweit
koordinierten Monitoringsystems für große Massenbewegungen.
Bestehende Daten und Erfahrungen werden gebündelt, moderne
Technologien genutzt und Risiken frühzeitig erkannt. So wird die
präventive Naturgefahrenvorsorge in Österreich nachhaltig gestärkt.

Bundesminister Norbert Totschnig:
„Der Klimawandel erhöht das Risiko seltener, aber großräumiger
Naturereignisse im Alpenraum. Mit dem Aktionsprogramm GeomonitorAT
schaffen wir erstmals eine einheitliche, faktenbasierte
Entscheidungsgrundlage auf Bundesebene für das Risikomanagement. Der
Grundsatz lautet Prävention (Vorsorge) statt Schadensbewältigung.“

Landeshauptmann Anton Mattle:
„Gerade für alpine Regionen wie Tirol ist ein frühzeitiges Erkennen
von Gefahren entscheidend. GeomonitorAT stärkt die Zusammenarbeit
zwischen Bund, Ländern und Wissenschaft und erhöht die Sicherheit für
Bevölkerung, Infrastruktur und Tourismus nachhaltig.“

Mag. Michael Mölk, Leiter des Fachzentrums Geologie der Wildbach- und
Lawinenverbauung:
„GeomonitorAT ermöglicht eine systematische, bundesweit einheitliche
Erfassung und Bewertung großvolumiger gravitativer Massenbewegungen.
Durch die integrierte Nutzung von Fernerkundungsdaten,
satellitengestützten Deformationsmessungen und lokalen
Monitoringsystemen können Bewegungsraten quantifiziert,
Gefährdungspotenziale bewertet und risikobasierte Prioritäten für
weiterführende Maßnahmen abgeleitet werden.“

Univ.-Prof. Mag. Dr. Margreth Keiler (Universität Innsbruck,
Österreichische Akademie der Wissenschaften):
„Ein systematisches, langfristiges Monitoring ist die Voraussetzung
dafür, komplexe Naturgefahren im Klimawandel zu verstehen und
angemessen darauf zu reagieren. GeomonitorAT setzt hier einen
wichtigen Schritt, indem es Weiterentwicklungen und Beiträge aus
Forschung, Praxis und Verwaltung verbindet. Der österreichische
Sachstandsbericht zum Klimawandel 2025 hat die Dringlichkeit des
Monitorings hervorgehoben und zeigt wie notwendig ein gemeinsamer,
richtungsweisender Beitrag zur Klimawandelanpassung ist.“

Sieben Maßnahmen für mehr Sicherheit
GeomonitorAT setzt auf sieben zentrale Maßnahmen, um Risiken durch
große Massenbewegungen frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören ein
nationales Verzeichnis solcher Gefahren, eine österreichweite
Risikoanalyse sowie ein flächendeckendes Monitoring besonders
gefährdeter Bereiche. Einheitliche Standards für das Risikomanagement
schaffen Bewertungsgrundlagen für technische, organisatorische und
raumplanerische Maßnahmen. Vorsorge und Schutzmaßnahmen sowie
transparente Information stärken das Bewusstsein in der Bevölkerung.

Die Steuerung des Programms liegt beim Bundesministerium für Land-
und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz. Die Umsetzung erfolgt
durch die Wildbach- und Lawinenverbauung gemeinsam mit Partnern aus
der Wissenschaft und Forschung. GeomonitorAT setzt auf Prävention
statt teurer Schadensbewältigung. Einheitliche Daten, klare
Zuständigkeiten und frühe Warnungen helfen, Risiken zu senken und
langfristig Sicherheit zu schaffen.

Datenschutzinfo