„trend“: Soravia-Brüder trennen sich von Dorotheum-Anteilen

Wien (OTS) – Die durch die Immobilienkrise gebeutelte
Unternehmerfamilie Soravia
trennt sich laut Insidern von ihren Anteilen am Wiener Dorotheum,
berichtet „trend“ auf seiner Onlineplattform trend.at. Gemeinsam
besitzen die Brüder Hanno und Erwin Soravia knapp 30 Prozent am
Auktionshaus. Insgesamt wird der Wert des Dorotheums, das im Eigentum
privater Investoren – unter anderem der Verlegerfamilie Dichand –
steht, auf mehr als 350 bis 400 Millionen Euro geschätzt. Die
Mitgesellschafter, allen voran Investor Michael Tojner – er selbst
besitzt knapp 15 Prozent am Unternehmen –, wollen die Anteile
übernehmen, allerdings wird noch über den Kaufpreis verhandelt, der
deutlich über 100 Millionen Euro liegen soll. Ob der Soravia-Anteil
tatsächlich an die Mitgesellschafter geht, ist aber offenbar noch
nicht fix, weil sich das Brüderpaar unter Verweis auf weitere
Interessenten zieren soll. Eine offizielle Bestätigung zu den
anstehenden Änderungen wollte das Unternehmen nicht geben.

Die Geschäfte des Auktionshauses liefen zuletzt nach eigenen
Angaben nicht schlecht. 2024 ist ein Auktionsumsatz von 220 Millionen
Euro erzielt worden, um 20 Millionen mehr als das Jahr davor. Auch
das erste Halbjahr 2025 wurde bei den Versteigerungen ein Umsatz weit
über 100 Millionen Euro erzielt. Damit, so das Dorotheum, würde das
ausgezeichnete Ergebnis aus dem Jahr 2024 übertroffen. Ein
Haupttreiber des Dorotheum-Höhenflugs ist aber die italienischen
Pfandleihe-Gruppe Affide, die 2018 auf Betreiben von Tojner von der
UniCredit übernommen worden, was den Jahresumsatz der Gruppe auf rund
400 Millionen Euro hinaufschrauben dürfte.

Übrigens führen Erwin und Hanno Soravia parallel zu den
Verhandlungen rund ums Dorotheum laut Informationen aus Finanzkreisen
auch weit gediehene Gespräche mit der Invest AG, einer Tochter der
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, über deren Einstieg in die
Hausverwaltungsgruppe Adomo der Soravia Group. Letztere hatte in den
vergangenen drei Krisenjahren einen sehr hohen Geldbedarf, der auch
mit der Insolvenz der deutschen Tochter SC Finance Four einherging.
Jetzt ist sie bemüht, wieder liquide Mittel aufzubauen.

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