WKÖ-Danninger: „Faire Arbeit heißt auch Fairness für Betriebe“

Wien (OTS) – „Es gibt legitime persönliche Gründe, warum jemand
Teilzeit arbeitet.
Deshalb darf man aber nicht die Augen vor der Realität verschließen:
dass wir gesamtgesellschaftlich wieder mehr arbeiten müssen, weil
ansonsten ein massiver Fachkräftemangel droht. Wer hier wegschaut,
bedroht den Wirtschaftsstandort und somit sowohl die Teilzeit- als
auch Vollzeitjobs der Zukunft. Die Behauptungen der Arbeiterkammer
sind daher unverständlich und gehören geradegerückt“, sagt Jochen
Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Dazu zählt zuallererst, dass sich die Wirtschaft keinesfalls
grundsätzlich gegen Teilzeitarbeit ausspricht.

Auch weist der WKÖ-Generalsekretär den Vorwurf, die Unternehmen
würden zu wenig Vollzeitstellen anbieten und viele Menschen daher
unfreiwillig Teilzeit arbeiten, auf das Schärfste zurück: „Teilzeit
ist fast immer freiwillig. Das untermauern die Zahlen des AMS: 2025
kamen auf eine offene Vollzeitstelle 3 Arbeitssuchende mit
Vollzeitwunsch, auf eine offene Teilzeitstelle gab es mit 6
Arbeitssuchenden hingegen doppelt so viele Interessenten.“ Aber auch
die Eurostat-Zahlen zeigen, dass in Österreich lediglich 7,1 % der
Teilzeitbeschäftigten unfreiwillig Teilzeit arbeiten, während dies im
EU-Schnitt 17,8 % sind.

Danninger hat daher wenig Verständnis für die AK-Forderung nach
einem Rechtsanspruch auf Stundenaufstockung: „Arbeitszeitmodelle
müssen für beide Seiten passen und sind Ergebnis einer Vereinbarung.
Fair ist daher eine Lösung, die den Bedürfnissen sowohl der
Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gerecht wird und nicht eine,
bei der eine Seite etwas erzwingt.“

Aber auch die AK-Forderung zur Abgeltung des
Mehrarbeitszuschlags, den Teilzeitangestellte erhalten, ist für
Danninger nicht nachvollziehbar: „Es ist mehr als fair, dass ein
Vollzeitbeschäftigter, der Überstunden leistet, einen höheren
Zuschlag bekommt als ein Teilzeitangestellter.“ Dazu kommt, dass es
einen gesetzlichen Mehrarbeitszuschlag ohnehin nur in Österreich
gibt.

In Summe, so Danninger, werden Teilzeitbeschäftigte in vielerlei
Hinsicht vom Staat begünstigt: „Sie zahlen mehrheitlich weniger oder
gar keine Lohnsteuer und oft auch keinen
Arbeitslosenversicherungsbeitrag, sind aber voll abgesichert. Dazu
kommen in vielen Fällen auch noch Sozialtransfers, die nur bis zu
bestimmten Einkommensschwellen gebühren. Aus diesem Grund ist der
Wechsel in Vollzeit leider oft nicht attraktiv.“ Dabei werden wir
mittelfristig wieder mehr Vollzeitarbeitende und Anreize für
Mehrarbeit wie etwa die Steuerbefreiung von Überstunden und
leistbare, ganztägige Kinderbetreuung brauchen: „Nur durch Leistung
und Arbeitswillen wird es uns gelingen, unseren Wohlstand auch in
Zukunft aufrechtzuerhalten“, so Danninger abschließend. (PWK187/DFS)

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