Gesundheit

Gastpatient:innen-Streit: „Direktverrechnung ist bestenfalls ein Pflaster – Gesundheit gehört aus einer Hand geplant und finanziert“

St. Pölten (OTS) – Der Vorschlag des Wiener Bürgermeisters Michael
Ludwig,
Gastpatient:innen künftig direkt zwischen den Bundesländern
abzurechnen, und die grundsätzlich positive Reaktion von NÖ Landesrat
Anton Kasser zeigen für die Grünen NÖ vor allem eines: Das
österreichische Gesundheitssystem scheitert an seiner eigenen
Zersplitterung. „Eine Direktverrechnung ist bestenfalls ein Pflaster
auf eine offene Wunde. Dieser Gastpatient:innen-Streit ist wieder ein
Beweis dafür: Es muss alles aus einer Hand geplant und finanziert
werden – und endlich die Gesundheit der Patient*innen in den
Mittelpunkt gestellt werden“, so die Grüne Klubobfrau Helga Krismer.

Helga Krismer: „Der Streit selbst ist der Skandal“

Dass Bürgermeister Michael Ludwig und Landesrat Anton Kasser nun
über Verrechnungsmodi, Pauschalbeträge und einen neuen
Finanzausgleich verhandeln, während gleichzeitig
niederösterreichische Patient:innen in Wiener Spitälern abgewiesen
werden, sei bezeichnend: „500 Millionen Euro Gesundheitsgeld aus
Niederösterreich in Wien einkassieren ohne Leistung geht nicht.
Innerhalb Österreichs nun eine Liste über Gastpatient*innen aus
Österreich zu führen, ist wohl der Höhepunkt einer kranken
Bürokratie. Was es braucht, sind verbindliche und vereinbarte
Gesundheitsangebote in den Spitälern und im niedergelassenen Bereich
statt weiterer Verwaltungskopfstände. In keinem vernünftig
organisierten Gesundheitssystem hängt es von der Postleitzahl ab, ob
und wann jemand behandelt wird. Wer krank ist und eine Behandlung
braucht, muss sich innerhalb Österreichs auf die beste medizinische
Versorgung verlassen dürfen“, so Helga Krismer

Alles aus einer Hand: Planung und Finanzierung bundesweit bündeln

Die Grünen NÖ fordern daher einmal mehr eine echte
Strukturreform: Die Planung und Finanzierung des gesamten
Gesundheitswesens – Spitäler ebenso wie der niedergelassene Bereich –
muss aus einer Hand erfolgen. „Österreich hat alles, was es für das
beste Gesundheitssystem Europas benötigt – hervorragend ausgebildete
Ärzt:innen und Pflegekräfte, modernste Technologien und eine
solidarische Grundidee. Was fehlt, ist der politische Wille, es
richtig zu organisieren. Unsere Vision ist klar: Alle Menschen in
Österreich bekommen dieselbe beste, faire und rasche Versorgung –
egal welche Postleitzahl, egal welches Einkommen, egal ob im Spital
oder in der Ordination ums Eck. Mit kurzen Wartezeiten z.B. innerhalb
von 14 Tagen eine Fachärzt:innentermin, ausreichend Kassenärzt:innen
und einer medizinischen Versorgung, die sich nach den Menschen
richtet und nicht nach Zuständigkeitsgrenzen. Das ist machbar – wenn
man endlich aufhört, Gesundheitspolitik als Länder-Machtpolitik zu
betreiben und stattdessen die Gesundheit und die Bedürfnisse der
Patient*innen in den Mittelpunkt stellt. Mit unserer Petition
https://rettet-unsere-gesundheit.at/ erhöhen wir den Druck auf eine
echte Reform der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich“, so Helga
Krismer abschließend.

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