Wien (OTS) – Mit 1. September sind die Preise für die Öffitickets –
regionale
Klimatickets, Strecken-Jahreskarten sowie Top-Jugendticket – nach
Preiserhöhungen Anfang Juli neuerlich gestiegen. „Das ist bereits die
zweite Öffi-Preisschraube innerhalb kurzer Zeit – für die
Nutzer:innen der öffentlichen Verkehrsmittel schon wieder eine
Mehrbelastung. Und das, obwohl die Geduld der Pendler:innen und Öffi-
Fahrer:innen in vielen Regionen aktuell eh schon sehr strapaziert
wird“, meint Elisabeth Götze, Verkehrssprecherin der Grünen, und
weiter: „Täglich spreche ich mit verärgerten Fahrgästen.
Beispielsweise bedeutet die langfristige Sperre der Stammstrecke in
der Ostregion für die Betroffenen wesentlich längere Fahrtzeiten und
das in übervollen Verkehrsmitteln. Dazu kommen häufige
Zugverspätungen oder sogar -ausfälle und oft verbunden mit
mangelhafter oder sogar falscher Information der Fahrgäste. Die
Geduldsfäden sind bereits zum Reißen gespannt und die, die ein Auto
haben, bewältigen ihre täglichen Wege wieder vermehrt damit. Die
anderen lässt die Regierung im Regen stehen. Zum Beispiel die
Familien mit Schulkindern: Das VOR-Jugendticket wird einfach so um
mehr als 50 Prozent teurer. Damit wird die so genannte
Schüler:innenfreifahrt zu einer erheblichen Kostenbelastung für die
Familien, die am Beginn des Schuljahres sowieso schon finanziell
äußerst unter Druck stehen. Die Kinder nicht in die Schule zu
schicken, ist hoffentlich keine Alternative.“
Im Frühjahr hat die Regierung zur Dämpfung der Spritpreise eine
„Spritpreisbremse“ beschlossen und nun kurzfristig neuerlich bis Ende
September verlängert. Die Grünen forderten einen Öffipreisbremse, um
die Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel ebenso preisgünstig zu
erhalten.
„Während die Spritpreisbremse rasch beschlossen wurde, vergisst
die Regierung komplett auf die, die auf die Öffis angewiesen sind.
Die Pendlerinnen warten auf ähnliche Entlastungen wieder einmal
leider vergeblich. Stattdessen werden Milliarden in den Ausbau von
Autobahnen und Schnellstraßen gesteckt, so als gäbe es keine
Klimakrise oder wäre die Regierung dagegen komplett machtlos“,
kritisiert Götze.