Wien (OTS) – „Wir wissen aus Erfahrung, dass Bestrafungssysteme so
gut wie immer
kontraproduktiv sind. Gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten ist
der Ruf nach einem Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der falsche Weg“, sagt Rolf
Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik in
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dazu kommt: „Die Zahlen
zeigen, dass die Beschäftigung Älterer deutlich zunimmt. Und das ganz
ohne Zwang und in der längsten Konjunkturflaute seit 80 Jahren.“
So waren Ende Juni des Vorjahres 76.596 Frauen im Alter von 60-64
Jahren erwerbstätig. Ein Jahr später sind es – vor allem durch die
schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für
Frauen – bereits 94.686. „Das heißt, es sind nahezu 20.000 Frauen in
der Gruppe der über 60-Jährigen mehr erwerbstätig als vor einem Jahr.
Das zeigt, dass die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters wirkt
und der Arbeitsmarkt dies gut aufnimmt“, so Gleißner.
Aufgrund der nach wie vor schwachen Konjunktur hat auf der
anderen Seite auch die Arbeitslosigkeit zugenommen. Hier sei der
verstärkte Einsatz von Instrumenten nötig, die tatsächlich wirken.
„Evaluierungen haben ergeben, dass die Eingliederungsbeihilfe ein
besonders erfolgreiches Arbeitsmarktinstrument für die
Wiedereingliederung von Personen im Alter von 55+ ist. Ein
verstärkter Einsatz dieses Instruments wäre daher wünschenswert“,
sagt Gleißner. (PWK433/DFS)