Wien (OTS) – Wenn die Inflation wieder steigt, muss jetzt im Rahmen
der budgetären
Möglichkeiten alles darangesetzt werden, die Teuerung zu bekämpfen
und die Kaufkraft der Menschen zu schützen“, sagt ÖGB
Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth zu den aktuellen Aussagen
von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr in der ORF-Pressestunde. Felbermayr
hat sich ja gegen die Margenbegrenzung bei Mineralölkonzernen
ausgesprochen.
Die Wiedereinführung einer Margenbegrenzung bei den Spritpreisen,
die sich bereits als wirksames Instrument zur Dämpfung der Preise
erwiesen hat, ist angesichts der stark gestiegenen Margen der
fossilen Energieunternehmen ein Gebot der Stunde. „Gerade in einer
Phase neuerlicher Teuerung darf nicht zugelassen werden, dass
Energieunternehmen auf Kosten der Konsument zusätzliche Krisengewinne
erzielen“, so Schuberth.
Felbermayr spricht sich zudem für eine Anhebung des gesetzlichen
Pensionsalters in Richtung 67 Jahre aus und bringt langfristig auch
eine Koppelung an die Lebenserwartung ins Spiel. Für Schuberth ist
das die falsche Priorität zur Stärkung der finanziellen
Nachhaltigkeit des öffentlichen Pensionssystems: „Eine automatische
Koppelung des Pensionsalters an die durchschnittliche Lebenserwartung
wäre sozial extrem unfair. Denn wer mehr verdient, lebt im
Durchschnitt länger. Menschen mit niedrigen Einkommen und körperlich
belastenden Berufen haben dagegen eine deutlich geringere
Lebenserwartung. Sie müssten länger arbeiten, obwohl sie im Schnitt
weniger Jahre in Pension verbringen.“
Statt das gesetzliche Pensionsalter anzuheben, müsse der Fokus
darauf liegen, dass Menschen überhaupt gesund bis zum bestehenden
Pensionsalter arbeiten können. Positiv bewertet Schuberth daher
Felbermayrs vorsichtige Offenheit gegenüber einem Bonus-Malus-System
für die Beschäftigung Älterer: „Wer will, dass Menschen länger im
Erwerbsleben bleiben, muss auch die Arbeitgeber in die Pflicht
nehmen. Betriebe, die ältere Beschäftigte halten und neu einstellen,
sollen unterstützt werden – wer sie frühzeitig aussortiert, kann
nicht gleichzeitig nach einem höheren Pensionsalter rufen.“
„Die Teuerung wirksam zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass
Menschen gesund bis zur Pension arbeiten können – das muss jetzt
Priorität haben“, so Schuberth abschließend.