Bad Schallerbach (OTS) – Unter dem Motto „Die Zukunft pflanzen wir
heute!“ wurde Bad
Schallerbach vom 16. bis 18. September 2026 zum Zentrum der
heimischen Gartenbaubranche. Die 80. Bundesgartenbautagung
verdeutlichte eindrucksvoll den Weg von der einst reinen Handarbeit
hin zu moderner Technik und gezielter Klimaanpassung im Sortiment.
Doch bei aller Mechanisierung und Künstlicher Intelligenz herrschte
große Einigkeit: Den sprichwörtlichen grünen Daumen und das echte
Handwerk kann keine KI der Welt ersetzen!
Wie EU-Vorgaben heimische Familienbetriebe ausbremsen
Sowohl im Rahmen der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes
der österreichischen Gärtner als auch bei den Festreden auf der Bühne
des Gala-Abends bezog die Branche klar Stellung zu aktuellen
rechtlichen Herausforderungen. Intensiv diskutierten die
Branchenvertreter über neue EU-Regelungen, die den Betrieben im
Arbeitsalltag Verunsicherung und zusätzliche bürokratische Lasten
aufbürden.
Besondere Sorge bereitet die neue europäische
Verpackungsverordnung (PPWR), bei der nach wie vor unklar ist, ob
bzw. wann Pflanzentöpfe rechtlich als Verpackung eingestuft werden.
Zudem verlagert die Verordnung administrative Nachweis- und
Kennzeichnungspflichten direkt auf die produzierenden Gärtnereien,
was vor allem für kleine Familienbetriebe kaum noch zu stemmen ist.
Ebenso schlägt die Verschärfung des Wettbewerbsrechts hohe
Wellen: Durch die nationale Umsetzung der EmpCo-Richtlinie im Gesetz
gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) drohen ab September 2026
erhebliche rechtliche Fallstricke. Die EmpCo-Richtlinie führt zu
immenser Rechtsunsicherheit und der konkreten Gefahr, dass bereits
bedruckte Töpfe oder Werbeetiketten vernichtet werden müssen.
Der Bundesverband fordert daher eine klare Abgrenzung im Gesetz:
Der Gartenbau ist seinem Wesen nach seit jeher eine grüne Branche,
die durch die Kultivierung von Pflanzen aktiv zum Umwelt- und
Klimaschutz beiträgt. Diese grundlegende Leistung für die Natur muss
in den Regelungen anerkannt werden. Es braucht praxistaugliche
Bestimmungen, damit Gärtnereien ihre Energie weiterhin in die Anzucht
regionaler Pflanzen investieren können, statt in bürokratische Hürden
und juristische Abwehrkämpfe.
Nachwuchs glänzt bei der Staatsmeisterschaft
Ein Höhepunkt der Tagung war der mit Spannung erwartete
Wettstreit der besten Nachwuchstalente Österreichs: Bei der
Staatsmeisterschaft der Junggärtnerinnen und Junggärtner traten die
besten Fachschul- und Lehrlingsteams gegeneinander an, um ihr
theoretisches Wissen, handwerkliches Geschick sowie floristische und
gestalterische Kreativität unter Beweis zu stellen.
Heimsieg im Teambewerb: OÖ sichert sich den ersten Platz
Unter dem Jubel des Publikums feierte die Gartenbauschule
Ritzlhof (OÖ) einen fulminanten Erfolg: Das Dreiergespann aus Anna
Maria Huch, Larissa Hoffelner und Lisa Marie Hainbucher holte mit
exzellenter Leistung und starkem Teamgeist den Staatsmeistertitel
nach Hause! Den hervorragenden zweiten Platz sicherte sich das Team
der Fachschule Langenlois (NÖ) rund um Marlies Brader, Stefanie
Widler und Leon Janisch, dicht gefolgt von den Drittplatzierten aus
der Steiermark (Mateus Nikolai da Horta Da Franca Coelho, Leander
Lutzmann und Renate Kogler).
Einzelbewerb: Glanzleistung von Anna Maria Huch
Auch im Einzelbewerb spiegelte sich das hohe Niveau der
österreichischen Gartenbauausbildung wider. Den begehrten Einzeltitel
sicherte sich Anna Maria Huch (Fachschule Ritzlhof), die sich nach
einer makellosen Leistung zur verdienten Doppelsiegerin krönte. Platz
zwei ging an Marlies Brader (Fachschule Langenlois), während sich
Evelyne Wiesenhofer (Team Niederösterreich) über den großartigen
dritten Gesamtrang freute.
Nächster Halt Tirol
Die Branche blickt trotz aller Herausforderungen gestärkt nach
vorne. Die 81. Bundesgartenbautagung wird vom 8. bis 10. September
2027 im historischen Hall in Tirol stattfinden.
Nähere Informationen und Bilder gibt es beim Bundesverband der
österreichischen Gärtner.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at