St. Pölten (OTS) – „Gerade jetzt, in einer Phase wirtschaftlicher
Unsicherheit, können
wir uns keine weiteren Belastungen für unsere Unternehmen leisten.
Viele Betriebe kämpfen mit hohen Arbeitskosten, steigenden
Energiepreisen und einer schwachen Konjunktur. Da ist das Letzte, was
sie brauchen, ein neues Bürokratiemonster aus Brüssel, das in
Österreich noch zusätzlich verschärft wird“, kritisiert Wolfgang
Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, den Entwurf
der nationalen Umsetzung zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie.
Österreich verfügt bereits über transparente Entgeltsysteme
„Wer behauptet, in Österreich herrsche Intransparenz bei den
Einkommen, ignoriert die Realität. Unsere Kollektivverträge sorgen
seit Jahrzehnten für nachvollziehbare und faire Entgeltstrukturen.
Statt dieses System anzuerkennen, wird nun versucht, ein zusätzliches
Regelwerk darüberzustülpen. Das schafft keinen Mehrwert, sondern nur
neue Berichtspflichten, Dokumentationen und Rechtsrisiken“, so Ecker.
Die Wirtschaftskammer Niederösterreich bekennt sich klar zum Ziel der
Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Österreich verfügt jedoch
bereits heute über ein bewährtes und transparentes Entlohnungssystem.
Rund 98 Prozent aller Beschäftigten sind durch Kollektivverträge
erfasst. Zusätzlich bestehen verpflichtende Mindestentgeltangaben in
Stelleninseraten sowie Einkommensberichte in größeren Unternehmen.
Keine Übererfüllung von EU-Vorgaben
„Es darf keinesfalls zu Gold Plating kommen. Österreich darf
nicht wieder Musterschüler bei der Umsetzung von EU-Vorgaben spielen
und seine Unternehmen stärker belasten als andere Mitgliedstaaten.
Was wir brauchen, ist eine praxistaugliche Umsetzung mit Augenmaß und
das Prinzip ,beraten statt strafen‘“, fordert Ecker und bezieht sich
auf die drohende Übererfüllung der EU-Vorgaben. Unternehmen müssten
künftig umfangreiche Vergütungssysteme dokumentieren, Berichte
erstellen und Gehaltsunterschiede detailliert rechtfertigen.
Gleichzeitig drohen empfindliche Sanktionen.
Wettbewerbsfähigkeit statt neuer Belastungen
„Unsere Betriebe brauchen Entlastung statt neuer Belastungen. Wer
Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, darf
den Unternehmen nicht immer neue Bürokratiepakete umhängen. Genau
darum geht es jetzt bei der Entgelttransparenzrichtlinie“, so Ecker
abschließend.